Polizei lobt Belohnung aus: Wer ist der Bombendroher aus der Telefonzelle?

Chemnitz - Am Dienstagnachmittag hat wieder eine Bombendrohung Chemnitz in Atem gehalten. Es war die fünfte Drohung gegen das Jugendamt im Moritzhof seit Ende Oktober.

Von dieser Telefonzelle in der Inneren Klosterstraße rief der Täter am Dienstag an.
Von dieser Telefonzelle in der Inneren Klosterstraße rief der Täter am Dienstag an.  © Peter Zschage

Der Drohanruf ging gegen 14 Uhr bei der Polizei Chemnitz ein. "Ähnlich den ausgesprochenen Drohungen in der vergangenen Woche wurde der entsprechende Gebäudeteil, in welchem sich das Jugendamt befindet, geräumt", so ein Polizeisprecher.

Im Gegensatz zu den ersten Drohungen wurden keine weiteren einschränkenden Maßnahmen vorgenommen. Ein befürchtetes Verkehrschaos wie bei den Drohungen am 24. Oktober und 1. November blieb aus.

Polizisten und Sprengstoffspürhunde suchten bis in die Abendstunden die Räume des Amtes ab. Ein verdächtiger Gegenstand wurde nicht gefunden. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten aufgenommen.

Wie auch schon bei den Drohungen in der vergangene Woche kam der Anruf aus einer Telefonzelle.

Bombendroher meldet sich aus Telefonzellen

Die Polizei war bis in die Abendstunden im Jugendamt im Einsatz.
Die Polizei war bis in die Abendstunden im Jugendamt im Einsatz.  © Harry Härtel/Haertelpress

Nach Angaben der Polizei kam der Anruf am Dienstag vom öffentlichen Telefon in der Inneren Klosterstraße, auf Höhe der Nummer 13 in Nähe zum Geschäft "Titus".

Die Polizei sucht Zeugen, denen zwischen 13.55 Uhr und 14.05 Uhr eine Person an diesem Fernsprecher aufgefallen ist. Hinweise nimmt die Polizei Chemnitz unter 0371/3873448 entgegen.

Bereits am 6. November und am 8. November rief er Unbekannte von Telefonzellen aus an. Die Drohung am Dienstag vergangener Woche kam von einem Telefon in der Augustusburger Straße, am Donnerstag von einer Telefonzelle in der Karl-Liebknecht-Straße auf Höhe Georg-Straße.

Der Anruf in der Augustusburger Straße blieb offenbar nicht unbeobachtet, denn das Telefon steht in unmittelbarer Nähe zur Straßenbahnhaltestelle "Tschaikowskistraße", wo sich zum Tatzeitpunkt laut Polizei auch eine größere Menschengruppe aufgehalten haben soll. Zudem beobachtete eine Anwohnerin eine Gruppe junger Leute, die sich in der Nähe aufhielten und den Anrufer gesehen haben könnten (TAG24 berichtete).

Es ist nicht die erste Serie von Bombendrohungen in Chemnitz: Ende 2016 drohte ein 37-jähriger Chemnitzer mit Bomben in der Sachsen-Allee und der Galerie Roter Turm. Er schickte die Drohungen per Fax. Mittlerweile ist der Mann zu einem Jahr auf Bewährung und gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.

Im Sommer 2017 hatte es mehrfach Bombendrohungen gegen das Chemnitzer Finanzamt und gegen Banken gegeben. Täter war eine 26 Jahre alte Frau.

Update, 14.55 Uhr: Polizei setzt Belohung aus

Wie die Polizei am Dienstagnachmittag mitteilt, wurde eine Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Bombendrohers führen, ausgesetzt. Die Belohnung beträgt 3000 Euro.

"Die Chemnitzer Kriminalpolizei führt im Sachzusammenhang fünf Verfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Die Anrufe erfolgten von den folgenden öffentlichen Fernsprechern im Innenstadtbereich", so eine Polizeisprecherin.

Die Anrufe kamen von folgenden öffentlichen Telefonen:

  • 24. Oktober, gegen 15.30 Uhr: Innere Klosterstraße/ Theaterstraße
  • 1. November, gegen 16 Uhr: Straße der Nationen 36, gegenüber der Einfahrt zum Innenhof Finanzamt/IHK
  • 6. November, gegen 16.25 Uhr: Augustusburger Straße auf Höhe der Straßenbahnhaltestelle "Tschaikowskistraße
  • 8. November, gegen 13.05 Uhr: Karl-Liebknecht-Straße auf Höhe Georgstraße
  • 13. November, gegen 14 Uhr: Innere Klosterstraße Höhe Börnichsgasse

Wem ist an den genannten Daten und zu den Uhrzeiten eine Person an einer der Telefonzellen aufgefallen? Hinweise nimmt die Chemnitzer Kriminalpolizei unter 0371/3873448 entgegen.

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress

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