Er schickte Bombendrohungen an zwei Einkaufscenter: Täter bekommt Bewährung

Rico U. (36) beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Chemnitz. (Archivbild)
Rico U. (36) beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Chemnitz. (Archivbild)  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Im Prozess zu Bombendrohungen gegen zwei Einkaufscenter in Chemnitz vor knapp einem Jahr hat der frühere Vermieter den Angeklagten Rico U. (36) als schwierigen Menschen beschrieben.

Der Hausbesitzer sagte am Montag vor dem Amtsgericht Chemnitz aus, dass es immer wieder Ärger mit dem 36-Jährigen gegeben habe. So habe der Mann nachweislich für die Verstopfung von Abflussrohren und für Wasserschäden gesorgt.

Zudem habe er Anzeigen per Fax an die Polizei geschickt, wonach der Zeuge von seiner Frau verprügelt würde. Auch seien anonym bestellte Pizza- und Handylieferungen bei ihm eingegangen. Die Polizei habe den Verdacht geäußert, dass der Angeklagte für die Handlungen verantwortlich sei, sagte der Ex-Vermieter.

Der Tatverdächtige steht seit Ende Oktober vor Gericht. Die Anklage lautet auf Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

Dem Chemnitzer wird vorgeworfen, gegen Einkaufscenter am 29. und 30. Dezember 2016 jeweils per Online-Fax Bombendrohungen ausgesprochen zu haben. Der Angeklagte bestreitet die Tatvorwürfe.

Update, 16.45 Uhr:

Das Amtsgericht hat Rico U. zu einer Strafe von einem Jahr auf Bewährung ausgesetzt. Außerdem wurde er zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Für die Höhe der Strafe spielte eine Rolle, dass es mit der angekündigten Sprengstoffexplosion zu erheblichen Einbußen bei den Ladenbesitzern kam und aufwändige polizeiliche Maßnahmen, wie der Einsatz von Sprengstoffspürhunden, sowie ein großräumige Absperrung erforderlich waren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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