CFC-Manager Sobotzik über Frahn, Finanzen und die neue Spielidee

Templin - Zwei, drei Spieler will Sportvorstand Thomas Sobotzik noch zum CFC holen. 14 Neuzugänge sind mit ins Camp nach Templin gereist. Dort nahm sich Sobotzik Zeit für TAG24.

CFC-Sportdirektor Thomas Sobotzik telefoniert auch in Templin viel. Er will noch zwei Neue holen, das gehört zu seinem Tagesgeschäft.
CFC-Sportdirektor Thomas Sobotzik telefoniert auch in Templin viel. Er will noch zwei Neue holen, das gehört zu seinem Tagesgeschäft.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Sind Sie ein ungeduldiger Mensch?

Sobotzik: "Ja, das bin ich. Warum?"

Zum Auftakt am 19. Juni war der Kader fast komplett …

Sobotzik: "Das liegt weniger an meiner Ungeduld. Da steckt viel Detailarbeit dahinter, auch etwas Glück. Ich bin kein Freund davon, zu spekulieren und zu warten, bis Spieler auf dem Markt sind, die woanders hinwollten und sich verpokert haben. Wir wollten Spieler, die sich klar und frühzeitig zum CFC bekennen, die unseren Weg mitgehen wollen."

Wie lockt man Spieler zu einem insolventen Absteiger?

Sobotzik: "Wir hatten Vorstellungen, wen wir haben wollten, sind gezielt auf diese Leute zugegangen. Wir hatten natürlich auch unzählige Angebote von Beratern. Es war der Wahnsinn, was da so an E-Mails kam."

Nach welchen Kriterien erfolgte die Auswahl?

Sobotzik: "Wir haben Wert auf Mentalität und Charakter gelegt. Ich habe jedem die Situation ehrlich erklärt. Finanziell konnten wir mit anderen Vereinen nicht mithalten. Doch der CFC ist ein Traditionsverein. Er ist eine große Bühne für Spieler, die sich in den Vordergrund spielen wollen, die sich vom Potenzial her vielleicht auch woanders sehen, die mehr können. Wir sind ein riesengroßes, himmelblaues Schaufenster. Das ist attraktiv, das haben viele Vereine nicht zu bieten."

Der ehemalige Bundesligaprofi weiß noch immer, wie man mit dem Ball umgeht. Beim Fußball-Tennis klinkte sich Thomas Sobotzik mit ein - zum Erstaunen der Spieler.
Der ehemalige Bundesligaprofi weiß noch immer, wie man mit dem Ball umgeht. Beim Fußball-Tennis klinkte sich Thomas Sobotzik mit ein - zum Erstaunen der Spieler.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Welche Kriterien, außer Mentalität und Charakter, mussten die Neuen erfüllen?

Sobotzik: "Wir verfolgen eine klare Spielidee, wollen von hinten heraus Fußball spielen. Dafür brauchen wir schnelle Außenspieler, die unsere Angreifer gut in Szene setzen. Spielintelligenz ist wichtig, die Gabe, spielerische Lösungen zu finden und durchzusetzen, gepaart mit Leidenschaft. Wenn ich nur auf den zweiten Ball spekulieren will, dann bräuchte ich einen Mittelfeld-Strategen wie Dennis Grote nicht."

Grote, Daniel Fahn, Fabian Müller - wie kann sich der Club Spieler von diesem Kaliber leisten?

Sobotzik: "Sie alle waren bereit, riesengroße Einschnitte beim Gehalt hinzunehmen. Sie wurden von unserer Idee infiziert, hier wieder etwas aufzubauen. Daniel hat von Anfang an gesagt, dass er nicht weg will. Das Familiäre spielte sicher eine Rolle. Von der sportlichen Perspektive her waren wir so interessant, dass sie gesagt haben: Wir bleiben und tingeln nicht durchs Land, nur weil wir woanders fünf Euro mehr verdienen."

Wie hoch ist der Etat, ist dieser schon gedeckt?

Sobotzik: "Er liegt deutlich unter zwei Millionen Euro und ist durch verlässliche Zahlen gedeckt. Wir setzen auf zwei Säulen: Ticketing und Werbeeinnahmen. Es gibt bestimmte Erfahrungswerte, und es gibt ein Worst-Case-Szenario. Wir bewegen uns irgendwo dazwischen. Wir haben sehr konservativ geplant."


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