Demos, Kundgebungen, Gedenken: So lief der 9. November in Chemnitz

Chemnitz - Großeinsatz in der Chemnitzer City: Neben Gedenkveranstaltungen zum 9. November fanden auch Kundgebungen und Demos statt.

Die Polizei löst eine kleine Blockade von Gegendemonstranten in der Theaterstraße auf.
Die Polizei löst eine kleine Blockade von Gegendemonstranten in der Theaterstraße auf.  © Bernd Rippert

Nach Polizeiangaben nahmen mehr als 2000 Personen an den Veranstaltungen in der Innenstadt teil.

Schon am frühen Nachmittag begann die Kundgebung "Aufstehen gegen Rassismus, Solidarität statt Rassismus" auf der Kreuzung Straße der Nationen/Brückenstraße. Gegen 16 Uhr begann an der Kaßbergstraße die Versammlung des Bündnisses "Chemnitz nazifrei". Der anschließende Aufzug führte von der Weststraße bis zur Brückenstraße, wo die Demo gegen 17.45 Uhr endete. Die Teilnehmer schlossen sich dann der anderen Veranstaltung auf der Kreuzung an.

Gegen 19 Uhr fand dann noch die wöchentliche Demo von Pro Chemnitz statt. Wegen der Bauarbeiten am Marx-Monument (TAG24 berichtete) wurde die Kundgebung am Rondell in der Brückenstraße abgehalten.

"Noch bevor der Aufzug gegen 20.00 Uhr startete, hatten sich gegen 19.15 Uhr mehrere Gegendemonstranten an der Börnichsgasse auf die Aufzugsstrecke begeben. Beim Zurückdrängen der Personengruppe durch Polizeibeamte kam nach bisherigen Erkenntnissen eine Frau zu Sturz und erlitt leichte Verletzungen", teilte die Polizei mit. Aus einem Haus in der Theaterstraße wurden Apfelstücke geworfen. Ein Teil der Demoteilnehmer verließ daraufhin den Zug, der Rest lief wie geplant zurück zur Brückenstraße. Die Veranstaltung endete planmäßig gegen 21.35 Uhr.

Es wurden insgesamt vier Straftaten bei der Demo festgestellt. Dabei handelte es sich überwiegend um Verstöße gegen das Versammlungs- und Waffengesetz. Ein Teilnehmer hatte einem Polizisten gegen den Helm geschlagen, gegen ihn wird wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt.

An der Demo von Pro Chemnitz nahmen nach Angaben der Versammlungsbehörde letztlich rund 1200 Personen teil, an der Gegendemo 1000. Es waren rund 1000 Polizisten im Einsatz.

So gedachte Chemnitz dem 9. November

Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU) bei seiner Rede an der Stele an Stephansplatz.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU) bei seiner Rede an der Stele an Stephansplatz.  © Maik Börner

Den Auftakt zu den Gedenkfeiern machten bereits am Mittag Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU) und Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, die an einer Veranstaltung an der Stele am Stephansplatz, dem Standort der alten Chemnitzer Synagoge, teilnahmen.

In seiner Rede sagte Kretschmer: "Nach den Geschehnissen ist es ein Wunder, dass die jüdischen Bürger neues Vertrauen gefasst haben." Er wolle das Zusammenleben weiter stärken, kündigte einen Landesbeauftragten für jüdisches Leben in Sachsen an (TAG24 berichtete).

Am späten Nachmittag startete an der Synagoge der Aufzug "Lichterwege", der durch die Innenstadt bis zum Park der Opfer des Faschismus führte und dort gegen 20.50 Uhr beendet wurde. Alles lief störungsfrei.

Gegen 17.30 Uhr startete an der Synagoge der Aufzug "Lichterwege".
Gegen 17.30 Uhr startete an der Synagoge der Aufzug "Lichterwege".  © Uwe Meinhold
An der Demo vom Pro Chemnitz nahmen etwa 1200 Personen teil.
An der Demo vom Pro Chemnitz nahmen etwa 1200 Personen teil.  © Uwe

Mehr zum Thema Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0