Verletzte und zu wenig Polizei: So verlief die Demo in Chemnitz

Chemnitz - Bei den Demonstrationen am Montagabend in Chemnitz (hier geht es zum Live-Ticker) sind mehrere Menschen verletzt worden und die Polizei räumte Personalmangel ein.

An den Demonstrationen in der Innenstadt nahmen mehrere tausend Menschen teil.
An den Demonstrationen in der Innenstadt nahmen mehrere tausend Menschen teil.  © Sven Gleisberg

Bei neuen Protesten rechter und linker Demonstranten in der Chemnitzer Innenstadt wurden am Montagabend mindestens sechs Menschen verletzt. Es seien Feuerwerkskörper und Gegenstände geworfen worden, hieß es bei der Polizei.

Nach Ende der beiden Demonstrationen räumte ein Polizeisprecher Personalmangel in den eigenen Reihen ein. "In der Nacht ist alles ruhig geblieben", sagte ein Sprecher am Dienstagmorgen.

Anlass der Proteste waren gewalttätige Ausschreitungen am Wochenende am Rande des Stadtfestes in Chemnitz. Auslöser dafür war, dass ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden war (TAG24 berichtete). Gegen einen 23 alten Syrer und einen 22 Jahre alten Mann aus dem Irak wurde Haftbefehl erlassen (TAG24 berichtete).

An den Demonstrationen am Montagabend nahmen mehrere Tausend Menschen teil. Die Polizei versuchte mit einem Großaufgebot die von Rechten dominierte Protestveranstaltung und eine vom Bündnis "Chemnitz nazifrei" organisierte Veranstaltung zu trennen.

Auch in Düsseldorf, einer Partnerstadt von Chemnitz, versammelten sich wegen der tödlichen Messerstiche in Chemnitz rund 150 Demonstranten aus dem rechten Spektrum vor dem Landtag, wie die Polizei berichtete. Ihnen standen etwa 250 Gegendemonstranten gegenüber.

Titelfoto: Sven Gleisberg