Irrer Sex-Stalker terrorisiert Frauen mit Porno-Zetteln

Chemnitz - Als Franzi S. (24, Name geändert) aus dem Supermarkt an der Helbersdorfer Straße kommt, klemmt ein Zettel unterm Scheibenwischer ihres kleinen Autos. Was sie dort liest, lässt ihr den Atem stocken. Ein irrer Sex-Stalker verfolgt die junge Chemnitzerin - und sie ist nicht das einzige Opfer.

Vor diesem Supermarkt entdeckte die Freundin von Chris Beck (28) die obszönen Porno-Zettel.
Vor diesem Supermarkt entdeckte die Freundin von Chris Beck (28) die obszönen Porno-Zettel.  © Sven Gleisberg

"Hallo du hübsche junge Schnecke" beginnt der obszöne Brief, danach schildert der Unbekannte wirre Sex-Fantasien. Der Freund des Opfers, Chris Beck (28), ist wütend: "Ein ähnlicher Zettel lag sogar im Briefkasten meiner Freundin. Der Irre weiß, wo sie wohnt."

Im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlichte Beck die Sex-Zettel. Innerhalb eines Tages meldeten sich zwei weitere Opfer, eine Frau aus Limbach-Oberfrohna und eine weitere Chemnitzerin.

Auch sie werden - der Handschrift nach - vom gleichen Psychopathen verfolgt. Beck hat keine ruhige Minute mehr. Ein dritter Zettel macht dem jungen Paar richtig Angst. Auf ihm steht im Originalwortlaut: "erst SUCH ICH DICH DANN FINT ICH DICH DANN HAB ICH DICH".

Die Chemnitzerin erstattete am Donnerstag Anzeige. Für Polizeisprecher Steve Berger (27) der richtige Weg: "Betroffene sollten sich auf alle Fälle bei uns melden und jeden Vorfall zur Anzeige bringen."

Bundesweit wurden 2016 rund 19 000 Fälle von Stalking angezeigt. Seit einer Gesetzesverschärfung kann Stalking (Par. 238 StGB, Nachstellung) mittlerweile in extremen Fällen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.


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