Historische Borkenkäfer-Plage: Förster warnt vor großem Fichten-Sterben!

Chemnitz - Die schlimmste Borkenkäferplage seit über 70 Jahren (TAG24 berichtete) könnte den Chemnitzer Wald radikal verändern.

Klein und gefräßig: Borkenkäfer drohen in Chemnitz, die Fichten auszurotten.
Klein und gefräßig: Borkenkäfer drohen in Chemnitz, die Fichten auszurotten.  © Uwe Meinhold

"Wenn ein weiterer trockener Sommer folgt, können wir uns von der Fichte in Chemnitz verabschieden", sagt Förster Ullrich Göthel (49).

Von den 1 200 Hektar Landeswald im Revier Chemnitz wären rund 500 Hektar Fichtenbestände bedroht, besonders der Rabensteiner Wald.

"Hier werden schon bis Jahresende regelrechte Lücken sichtbar werden. Der Befall durch den Borkenkäfer ist nicht mehr steuerbar. Wir können nur noch reagieren", so Göthel, der dieses Jahr mit bis zu 10 000 Kubikmeter Schadholz rechnet, das entweder aus Sturmbrüchen stammt oder von Borkenkäfern befallen ist.

Der Waldumbau in Rabenstein zu einem Buchen- und Eichenmischwald, für den der Förster eigentlich "die nächsten 100 bis 150 Jahre" veranschlagt hatte, droht sich nun radikal zu ändern.

Rottet der Borkenkäfer die Chemnitzer Fichten tatsächlich aus, könnte die Forstwirtschaft nicht Schritt halten.

Göthel: "So viel Saatgut, Setzlinge und Personal für die Aufforstung sind innerhalb kurzer Zeit gar nicht aufzutreiben. Wir müssten sicher bei einigen Flächen anfliegende Pappeln und Birken als Zwischenbewuchs in Kauf nehmen."

Bis Jahresende sollen so viele von Borkenkäfern befallene Bäume wie möglich aus dem Rabensteiner und Zeisigwald entfernt werden. Ullrich Göthel appelliert: "Spaziergänger und Pilzsammler sollten aufmerksam sein und gesperrte Waldwege keinesfalls betreten."

Forstarbeiter Mirko Enzmann (42) fällt derzeit kranke Fichten im Akkord.
Forstarbeiter Mirko Enzmann (42) fällt derzeit kranke Fichten im Akkord.  © Uwe Meinhold
Förster Ullrich Göthel (49) zeigt, wie es unter der Rinde vieler Fichten aussieht: In zahllosen Fraßgängen entwickeln sich Larven.
Förster Ullrich Göthel (49) zeigt, wie es unter der Rinde vieler Fichten aussieht: In zahllosen Fraßgängen entwickeln sich Larven.  © Uwe Meinhold

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