Kellner, Frisör, Taxifahrer oder Pizzabote: Es gibt immer weniger Trinkgeld

Chemnitz - Auflegen, Piepton abwarten - fertig. So schnell kann man heute mit Karte oder Handy zahlen. Doch beim schnellen kontaktlosen Bezahlen bleibt immer öfter das Trinkgeld auf der Strecke. Für Gastronomen sind die Wintermonate ohnehin schwierig.

So sieht's oft in der Gastronomie aus: Trinkgeld hat eine lange Tradition, bleibt jedoch immer häufiger auf der Strecke.
So sieht's oft in der Gastronomie aus: Trinkgeld hat eine lange Tradition, bleibt jedoch immer häufiger auf der Strecke.  © imago stock&people

Ob im Restaurant, beim Pizzaboten, im Taxi oder beim Friseur: Bei gutem und freundlichem Service gibt's Trinkgeld. Bislang jedenfalls.

"Bei Kartenzahlung gibt es eher weniger bis gar kein Trinkgeld. Auch bar wird es tendenziell weniger", sagt Ulrich Raabe (61), Fahrer der "Taxi-Genossenschaft Chemnitz".

Auch Gastronomen sind sich des leidlichen Trends bewusst. "Es passiert sicherlich immer häufiger, dass es beim bargeldlosen Bezahlen kein Trinkgeld mehr gibt", weiß Henrik Bonesky (40), der das Restaurant "henrics" (Theaterstraße 11) und den Uferstrand betreibt.

Er setzt auf das Trinkgeld: "Es dient als Motivation und ist bei uns garantiert. In einem guten Monat kann eine Kellnerin damit bis zu 400 Euro zusätzlich verdienen - als steuerfreien Freibetrag."

Noch gibt's was. Bis zu 400 Euro können Kellner sich dazuverdienen. Der Trend geht aber weg vom Trinkgeld-Geben.
Noch gibt's was. Bis zu 400 Euro können Kellner sich dazuverdienen. Der Trend geht aber weg vom Trinkgeld-Geben.  © Kristin Schmidt

"Das ist derzeit natürlich schwieriger, als im Sommer und in der Weihnachtszeit", sagt Andreas Müller (47), Geschäftsführer des Turmbrauhauses (Neumarkt 2). "Der Februar ist sogar noch schlimmer als der Januar: Es sind Ferien und die Leute fangen wieder an, zu sparen", erläutert Müller.

Sein beliebtes Gasthaus machte daher in der ersten Januarwoche komplett dicht - um zu sanieren.

"Wir haben die Bierleitungen neu gemacht, gemalert, die Kupferkessel lackiert und die komplette Küche herausgerissen", so Müller zum sinnvollen "Dürrezeit"-Zeitvertreib eines Gastronomen.

Ganz neu ist übrigens die Showküche, in der Turmbrauhaus-Köche live Mahlzeiten zubereiten. Andreas Müller: "Da bekommen sie auch gleich sofort-Feedback, wie gut ihre Speisen sind."

Wie viel Trinkgeld angemessen ist, verraten wir Euch >>> hier.

Trinkgeld als Motivation: Ruwen Bonesky (27) vom "henrics" darf die Zusatzbelohnung steuerfrei behalten.
Trinkgeld als Motivation: Ruwen Bonesky (27) vom "henrics" darf die Zusatzbelohnung steuerfrei behalten.  © Kristin Schmidt
Frisch lackiert in der "Dürrezeit": Turmbrauhaus-Geschäftsführer Andreas Müller (47) zeigt die wie neu aussehenden Braukessel.
Frisch lackiert in der "Dürrezeit": Turmbrauhaus-Geschäftsführer Andreas Müller (47) zeigt die wie neu aussehenden Braukessel.  © Kristin Schmidt

Titelfoto: imago stock&people, Kristin Schmidt

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