Grünen-Chef Habeck streichelt Ost-Seele: "Bleibt so und locht am 1. September ein"

Chemnitz - Mit Demutsgesten und Motivations-Sprüchen hat der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck (49) seine Parteifreunde in Sachsen auf die bevorstehenden Wahlen eingestimmt. Auf einer Landesvertreterversammlung am Samstag in Chemnitz mahnte er die Partei zugleich zu Geschlossenheit.

Robert Habeck sprach am Samstag in Chemnitz und bekam dafür Standing Ovations.
Robert Habeck sprach am Samstag in Chemnitz und bekam dafür Standing Ovations.  © Harry Härtel/Haertelpress

"Eure Geschlossenheit wirkt weit über Sachsen hinaus“, so Habeck. „Das steht in bester Bündnis90/Grüne-Tradition. Das wird der Garant des Erfolgs sein.“ Als "Fischkopp" aus dem Nordwesten der Republik sehe er mit Hochachtung die unterschiedlichen Erfahrungshorizonte, die Lebensleistungen und die erfahrenen Umbrüche der Ostdeutschen. Jeder Besuch in Sachsen sei für ihn - immer noch - ein "lernender Besuch". Er bitte in Sachen Osten um "Nachhilfe".

Bereits klar sei für ihn: Verächtlichkeit ist fehlt am Platze, gerade wenn es für die Sachsen im das Thema Heimat ginge. Vielmehr gehe es darum, Tradition und Moderne miteinander zu verbinden.“ Auf der anderen Seite werde oft übersehen, gerade aus nordwestdeutscher Sicht, dass Sachsen in der Mitte Europas liege.

Darum seien gerade die Grünen in Sachsen richtig, wenn es gegen die Spaltung der Gesellschaft gehe. „Bleibt so. Es muss am 1. September eingelocht werden!“ Kein Platz sei allerdings für Selbstsicherheit: "Es wird eine knappe Kiste werden. Gerade weil es knapp wird, müssen wird den Hintern hochkriegen."

Habeck wurde mit Standing Ovation "entlassen".

Katja Meier (39, Grüne) ist die Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen.
Katja Meier (39, Grüne) ist die Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen.

Die Spitzenkandidatin für Platz 1 zur Landtagswahl am 1. September, Katja Meier (39), sprach sich in ihrer Bewerbungsrede für eine "Verkehrswende" in Sachsen aus und lobte die Friday-for-Future-Bewegung. Zu dem Engagements der Schüler sagte sie: „Es hat mich bestärkt, dass junge Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, Lasst uns an ihrer Seite stehen!“

Darüber hinaus forderte sie einen veränderten Umgang mit dem Straßen- und Schienenverkehr. "Es braucht eine Mobilitätswende und eine Mobilitätsgarantier für die Menschen." Den Bürgern müssten endlich flächendeckend ÖPNV-Angebote gemacht werden, der Güterverkehr gehöre wieder auf die Schiene. Das sei wichtiger als "ein achtspuriger Ausbau der A4."

Das sei aber nur möglich mit starken Grünen im Landtag. "Rocken wir (also) die Landtagswahl!“, rief sie abschließend. Meier erhielt bei der Abstimmung über Platz eins der Landesliste 97,27% von 110 abgegebenen Stimmen (eine Gegenstimme). Es gab keinen Gegenkandidaten. Wolfram Günther (45), der für Platz zwei kandidierte, erhielt 100 von 111 abgegebenen Stimmen (90,09%). Mit Nein stimmten 3 Delegierte, acht enthielten sich.

Auf Platz drei tritt Claudia Maicher bei der Landtagswahl an (86,5%). Platz vier bekam Valentin Lippmann (87,61%, 6 Nein-Stimmen, 8 Enthaltungen). Platz fünf und sechs belegen Franziska Schubert (88,12%) und Volkmar Schocke (94,23%). Platz sieben errang Landesvorstandssprecherin Christin Melcher (83,65%) bei elf Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen.

Sie alle hatten keine Gegenkandidaten.

Problem: Franziska Schubert tritt auch bei der OB-Wahl am 26. Mai in Görlitz an. Wird sie Oberbürgermeisterin, verfällt ihr Landtagslistenplatz nicht. Ihr Landtagsmandat würde an einen Nachrücker gehen.

Das grüne Spitzenduo für die Landtagswahl: Katja Meier und Wolfram Günther. In der Mitte Robert Habeck.
Das grüne Spitzenduo für die Landtagswahl: Katja Meier und Wolfram Günther. In der Mitte Robert Habeck.  © Harry Härtel/Haertelpress

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