Hier graben Archäologen in unserer Stadtgeschichte

Chemnitz - Befand sich hier das bedeutendste Töpferhandwerk von Chemnitz? Die Spuren metertief unter der Erde deuten darauf hin. Bis ins 13. Jahrhundert reichen die Befunde des Areals an der Bahnhofstraße/Ecke Johannisplatz zurück. Hier wollen Archäologen mehr über die Geschichte unserer Stadt herausfinden.

Grabungsleiterin Susanne Schöne (43) zeigt ein zerbrochenes Keramikgefäß. Dutzende solcher Gefäße deuten auf ein Töpferhandwerk zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert hin.
Grabungsleiterin Susanne Schöne (43) zeigt ein zerbrochenes Keramikgefäß. Dutzende solcher Gefäße deuten auf ein Töpferhandwerk zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert hin.  © Uwe Meinhold

"Mich überrascht schon, wie viel wir bisher gefunden haben", sagt Grabungsleiterin Susanne Schöne (43) vom Landesamt für Archäologie. Circa 5700 Quadratmeter umfasst die Ausgrabungsstätte. Das Areal gehörte einst zum außerstädtischen Bereich.

Unter den Kellerfundamenten aus dem 19. Jahrhundert - sie stammen unter anderem von der Mädchenschule - liegen die eigentlichen Geheimnisse. "Holzkohlespuren deuten auf ein Ofenhandwerk zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert hin", so Schöne.

Zudem gibt es eine hohe Anzahl an Keramikabfallgruben, die für das Töpferhandwerk sprechen. Mehr als 640 Befunde wurden bislang ans Tageslicht geholt. Darunter mehrere Keramiktöpfe und Ofenkacheln.

"Am Ende werden es mehrere Tausend Funde sein", so Dr. Christiane Hemker vom Landesamt für Archäologie. Die maximale Ausgrabungstiefe beträgt 7,30 Meter.

Einen Monat lang (seit August 2018) sind die Archäologen noch vor Ort. Ab März übernehmen die Bauherren das Kommando. Dann entsteht hier das bis zu sechsstöckige Bürogebäude des Versorgers Eins Energie sowie ein Hotel samt Tief- und Hochgarage. Gesamtfläche: 19.000 Quadratmeter.

Noch einen Monat wird auf dem 5700 Quadratmeter fassendem Areal an der Bahnhofstraße Ecke Johannisplatz ausgegraben.
Noch einen Monat wird auf dem 5700 Quadratmeter fassendem Areal an der Bahnhofstraße Ecke Johannisplatz ausgegraben.  © Uwe Meinhold
Aus welchem Jahrhundert dieser Feuerstein stammt, können die Archäologen nicht genau sagen.
Aus welchem Jahrhundert dieser Feuerstein stammt, können die Archäologen nicht genau sagen.  © Uwe Meinhold
In einem beheizten Zelt legt Grabungstechniker Andre Schindler (46) mehrere Krüge frei.
In einem beheizten Zelt legt Grabungstechniker Andre Schindler (46) mehrere Krüge frei.  © Uwe Meinhold

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