Erzieherin und Flüchtling (17): Nach der Affäre folgten Schläge

Chemnitz - Er floh vor dem Krieg. Sie war Erzieherin im Heim. Am Ende wurde es eine verhängnisvolle Affäre, die vor Gericht endete.

Vertraut verließ das inzwischen versöhnte Paar nach der Verhandlung das Gerichtsgebäude.
Vertraut verließ das inzwischen versöhnte Paar nach der Verhandlung das Gerichtsgebäude.  © Harry Härtel/Haertelpress

Abdullah R. kam 2016 mit 17 Jahren nach Deutschland. Er floh aus Syrien, wurde als "unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber" in einem Heim im Erzgebirge untergebracht. Im Rahmen der Betreuung lernte er die Erzieherin Irene G. (31) kennen.

Kleine Flirts, heiße Blicke - am Ende wurde es Liebe: Der Flüchtling verschwand einfach aus dem Heim, zog zu der zweifachen Mutter nach Thalheim.

Doch aus Liebe wurden schnell Hiebe: Immer wenn er eifersüchtig wurde oder die Erzgebirgerin Alkohol getrunken hatte, schlug der Syrer zu.

Sechs konkrete Fälle warf ihm die Staatsanwaltschaft vor - Fußtritte, Prügel mit dem Kleiderbügel, Faustschläge gegen den Kopf. Die Fotos von den Verletzungen füllen mehrere Seiten in den Gerichts-Akten.

Irene G. floh ins Frauenhaus, zeigte ihren Geliebten an. Doch eine Woche später verzieh sie ihm. Am Amtsgericht kassierte der Mann 18 Monate Knast, ausgesetzt zu drei Jahren Bewährung. Am Donnerstag beteuerte er in der Berufungsverhandlung: "Ich wollte ihr nie wehtun. Ich bin kein schlechter Mensch. Wir klären jetzt alles mit Reden."

Das Opfer ist mittlerweile mit dem Angeklagten verlobt: "Jeder macht mal Fehler."

Das Gericht senkte die Strafe auf ein Jahr, die drei Jahre Bewährung bleiben bestehen. Außerdem muss Abdullah R. einen Anti-Aggressions-Kurs besuchen.

Abdullah R. (19) musste am Donnerstag vors Landgericht.
Abdullah R. (19) musste am Donnerstag vors Landgericht.  © Harry Härtel/Haertelpress

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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