Ein Held wird erwachsen: Wagners "Siegfried" begeistert in Chemnitz

Chemnitz – Mit dem dritten Teil von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" feiert das Chemnitzer Opernhaus am Samstag den Auftakt in die neue Spielzeit. Dabei kann die Inszenierung von "Siegfried" mit seinen Vorgängern (Rheingold/ Walküre) mithalten und das Publikum für sich gewinnen.

Schon als Jugendlicher besitzt Siegfried unglaubliche Kräfte und erlegt bei der Jagd sogar Bären.
Schon als Jugendlicher besitzt Siegfried unglaubliche Kräfte und erlegt bei der Jagd sogar Bären.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Die Oper erzählt den zweiten Tag des Bühnenfestspiels. Der Zuschauer erlebt das Heranreifen Siegfrieds (Daniel Kirch) vom ungestümen Jugendlichen zum liebenden Helden. Furchtlos tötet er den Riesen Fafner (Avtandil Kaspeli), kann so den Hort der Nibelungen erringen und schließlich das Herz der früheren Walküre Brünnhilde (Christiane Kohl) erobern.

Sabine Hartmannshenn inszeniert "Siegfried" als bildgewaltige Monumentaloper. Dabei verzichtet sie auf eine große Kulisse. Nur überdimensionale Säulen und einige Requisiten sind zu sehen, ansonsten gehört die Bühne ganz den Darstellern. Sensible Effekte, zum Beispiel mit Lichteinstellungen, sorgen für die passende Stimmung.

Die Kostüme (von Susana Mendoza) sind ebenso zurückhaltend und überwiegend in Erdfarben gehalten.

Publikum feiert Sänger und Musiker nach fünfstündiger Inszenierung

Der Zwerg Mime (Arnold Bezuyen) und der "Wanderer" (Ralf Lukas) liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel.
Der Zwerg Mime (Arnold Bezuyen) und der "Wanderer" (Ralf Lukas) liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

Das gesamte Ensemble zeigte sich stimmgewaltig und spielfreudig. Allen voran brillierte Daniel Kirch bei seinem Partiedebüt als Siegfried. In dieser Rolle können sich die Zuschauer auch im letzten Ring-Teil, der „Götterdämmerung“ auf Kirch freuen. Der Niederländer Arnold Bezuyen gibt Siegfrieds Widersacher, den Zwerg Mime als listenreichen Fuchs.

In dem von Männern dominierten Stück bringt Guibee Yang (neben Christiane Kohl/Brünnhilde und Simone Schröder/Erda) als Waldvogel weibliche Leichtigkeit in die Inszenierung und besticht durch ihren klaren Sopran.

Felix Bender und die Robert-Schumann-Philharmonie leisten während der über fünfstündigen Oper Großartiges und bekamen zu Recht den größten Applaus. Aber auch das gesamte Ensemble konnte sich über viel Zuspruch und Bravos der Zuschauer freuen.

Die nächste Aufführung von "Siegfried" findet am 20. Oktober um 16 Uhr statt. Karten gibt es ab 27 Euro.

Alberich (Björn Waag) mit dem "Wanderer" vor Fafners Höhle.
Alberich (Björn Waag) mit dem "Wanderer" vor Fafners Höhle.  © Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

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