Polizei ermittelt nach Fackelmarsch in Einsiedel

Etwa 10 Personen zogen mit Fackeln vor das Flüchtlingsheim in Einsiedel.
Etwa 10 Personen zogen mit Fackeln vor das Flüchtlingsheim in Einsiedel.

Von Sebastian Wutzler und Ronny Licht

Chemnitz – Fackelmarsch zum Jubiläum? Am späten Sonnabend zogen etwa 10 Fackelträger durch den Stadtteil Einsiedel. Ihr Ziel - das Flüchtlingsheim im ehemaligen Pionierlager "Palmiro Togliatti“.

Gegen 22 Uhr zog die Gruppe los, zündete dabei Fackeln und Bengalos. Der Marsch endete direkt vorm Flüchtlingsheim. Auf der Facebook-Seite "Informationen aus Einsiedel" heißt es: "Mal eine Art und Weise vor der Erstaufnahme seinen Unmut kund zu tun, die wir so in Einsiedel noch nicht gesehen haben."

Die Polizei wurde erst 22.45 Uhr alarmiert – da waren die Fackelträger schon verschwunden, 20 Beamte entdeckten bei der anschließenden Fahndung niemanden mehr.

Polizeisprecherin Jana Kindt: „Wir ermitteln wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und das Sprengstoffgesetz.“

Anlass für den Marsch könnte das Jubiläum des Einsiedler Info-Standes gewesen sein: Seit 150 Tagen (Stand: Sonnabend) ist dieser durchgehend besetzt, gilt als Anlaufpunkt für die Bewohner des 3000-Einwohner-Stadtteils.

Monatelang hatte es Proteste gegen die Nutzung des Pionierlagers als Flüchtlingsheim gegeben, stattdessen wurden alternative Nutzungskonzepte als Fortbildungsstätte und Schule vorgeschlagen. Seit Anfang Januar sind bis zu 500 Asylbewerber in den 18 Häusern einquartiert worden.

Auf der Facebook-Seite "Informationen aus Einsiedel" sind die Fotos zu sehen.
Auf der Facebook-Seite "Informationen aus Einsiedel" sind die Fotos zu sehen.

Fotos: Screenshots Facebook "Informationen aus Einsiedel"


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