Software-Probleme! Hybridzug hat zwei Jahre Verspätung

Mitarbeiter der Erzgebirgsbahn montieren Zusatzaggregate auf das Dach eines Triebwagens der Baureihe 642.
Mitarbeiter der Erzgebirgsbahn montieren Zusatzaggregate auf das Dach eines Triebwagens der Baureihe 642.  © dpa/Jan Woitas

Chemnitz - Verspätung: Die Bahn will in Sachsen den deutschlandweit ersten Hybridzug auf die Schiene bringen. Doch anders als geplant rollt der "Ecotrain" voraussichtlich erst ab 2020.

Der erste serientaugliche Hybridzug kommt nicht in die Puschen. Der Start des "Ecotrain" verzögert sich um etwa zwei Jahre, weil es Schwierigkeiten mit einer Software gab. "Das Fahrzeug als solches ist fertig konstruiert, doch wir hatten Probleme bei der Erstellung der Stromlaufpläne", so Projektleiter Sören Claus.

Im Fahrzeug müssen unzählige Kabel über knapp 10 000 sogenannte Anbindungspunkte verdrahtet werden. Das verwendete Computerprogramm habe jedoch immer wieder Fehler ausgeworfen. Mitte 2017 zog die Bahn die Reißleine, wechselte die Software und begann von vorn.

Beim "Ecotrain" handelt es sich um einen herkömmlichen Triebwagen, der auf elektrischen Antrieb umgerüstet wird. Das Hybridfahrzeug ist mit einer Lithium-Ionen-Batterie ausgestattet, damit der Zug auch auf nicht elektrifizierten Bahnstrecken mit Strom fahren kann. Der Dieselmotor dient als Unterstützung.

Bis 2021 sollen zwölf Hybridzüge bei der Erzgebirgsbahn rollen. Die Entwicklung wird unter anderem vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

Ein Drittel der geplanten Kosten von rund 13,5 Millionen Euro trägt der DB-Konzern. Aufgrund des Verzugs rechnet die Bahn mit Mehrkosten in Höhe von zehn bis 15 Prozent.

Titelfoto: dpa/Jan Woitas


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0