Wenn Ihr aus diesem Stadtteil kommt, haben Eure Kinder kaum eine Chance

An der Grundschule "Am Stadtpark" bekommen nur rund 17 Prozent der Schüler eine Empfehlung fürs Gymnasium.
An der Grundschule "Am Stadtpark" bekommen nur rund 17 Prozent der Schüler eine Empfehlung fürs Gymnasium.

Chemnitz - Es sind traurige Zahlen, die das Chemnitzer Sozialgefälle dokumentieren. Kinder, die in bestimmten Stadtteilen zur Schule gehen, haben viel schlechtere Chancen ein Abitur zu machen, als Kinder in anderen Stadtteilen.

Ein Vergleich von 39 Grundschulen zeigt das Bildungsgefälle, das es in Chemnitz gibt.

Mit Zahlen der Stadt wurde aus den Jahren 2014-2017 ein Vierjahresschnitt errechnet, wieviele Kinder welcher Grundschule eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium erhalten und damit eine Chance aufs Abitur haben.

Schlusslicht ist dabei die Grundschule "Am Stadtpark" (Friedrich-Hänel-Straße) im Heckertgebiet. Hier haben nur 17 Prozent der Viertklässler eine Empfehlung erhalten. Auch für die Schüler auf dem Sonnenberg sieht es nicht besser aus: An der Gotthold-Ephraim-Lessing-Grundschule (Reinhardtstraße) bekamen 26 Prozent der Kinder eine Bildungsempfehlung, an der Grundschule Sonnenberg (Ludwig-Kirch-Straße) 25 Prozent.

Ganz anders sieht es dagegen in Stadtteilen wie Einsiedel, Kaßberg und Rabenstein aus. In Einsiedel liegt die Quote bei 62 Prozent, an der Gebrüder-Grimm-Grundschule Heinrich-Beck-Straße) bei 61 Prozent und an der Carlowitz-Grundschule (Trützschlerstraße) bei 60 Prozent.

Die Ursache für das Bildungsgefälle in der Stadt liegt laut Bild unter anderem am Einkommen und dem Bildungsstand der Eltern. Während auf dem Sonnenberg jeder dritte Einwohner existenzsichernde Leistungen erhält, gehört Einsiedel zu den wohlhabenderen Stadtteilen. Eltern mit gutem Einkommen, die selber einen höheren Bildungsweg eingeschlagen haben, haben bei ihren Kindern oftmals ähnliche Ansprüche.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen üben die Eltern mit ihren Kindern oder engagieren Nachhilfelehrer. In ärmeren Stadtteilen ist das oft nicht möglich.

Rund 62 Prozent der Kinder von der Grundschule Einsiedel können aufs Gymnasium gehen.
Rund 62 Prozent der Kinder von der Grundschule Einsiedel können aufs Gymnasium gehen.  © Harry Härtel/Haertelpress