Vor Vergewaltigungs-Prozess: Angeklagter haut aus Asylheim ab

Der Tatort: Hier neben dem alten "Europa"-Kino kam es zu dem dramatischen Übergriff.
Der Tatort: Hier neben dem alten "Europa"-Kino kam es zu dem dramatischen Übergriff.  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Mounir B. (28) hatte am Mittwoch einen Termin im Amtsgericht Chemnitz - als Angeklagter in einem Vergewaltigungs-Prozess. Um 9 Uhr sollte es losgehen. Um 12.35 Uhr gab das Gericht völlig entnervt auf.

Mounir B. soll am 23. Oktober 2016 die Chemnitzerin Katrin F. (27, Name geändert) auf der Hainstraße im Stadtteil Sonnenberg angesprochen haben. Das Opfer ignorierte den Mann. Sie sagte Mittwoch: "Ich war auf dem Weg nach Hause." Der Marokkaner lief ihr hinterher.

"Ich wollte telefonieren. Da packte er mich, zog mich in eine Toreinfahrt und fing an, mir an den Klamotten zu zerren. Die Hand war schon in meiner Hose, er holte seinen Penis raus", erzählte die zierliche Chemnitzerin. Ein Anwohner hörte die Schreie der Frau. Mounir B. flüchtete, die Polizei nahm den betrunkenen Mann kurz darauf fest (TAG24 berichtete).

Aber: Es wurde kein Haftbefehl erlassen, Mounir B. wohnte weiterhin unbehelligt im Asylheim Jahnsdorf. Am 23. August 2017 bekam er die Vorladung zur Verhandlung zugestellt. Als er nicht erschien, fuhren Polizisten zur Unterkunft.

Dort stellte man fest: Mounir B. war schon seit fünf Tagen nicht mehr aufgetaucht, außerdem war sein Asylantrag abgelehnt worden. Jetzt wird per Haftbefehl nach dem Angeklagten gefahndet.

Ratlos standen am Mittwoch die Verteidigerin Nadine Röthig und der Dolmetscher im Amtsgericht Chemnitz - der Angeklagte fehlte.
Ratlos standen am Mittwoch die Verteidigerin Nadine Röthig und der Dolmetscher im Amtsgericht Chemnitz - der Angeklagte fehlte.  © Harry Härtel/Haertelpress

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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