Neue App soll Ausfall-Stunden an Schulen zählen

Chemnitz - Wie viele Unterrichtsstunden fallen wegen Lehrermangels wirklich aus? Chemnitzer Eltern wollen das künftig mit einer Ausfall-App selbst nachprüfen.

Kreiselternrat Sascha Reichenbach (39) plant eine Ausfall-App fürs Handy.
Kreiselternrat Sascha Reichenbach (39) plant eine Ausfall-App fürs Handy.  © Sven Gleisberg

Kreiselternrat Sascha Reichenbach (39): "Es gibt eine deutliche Lücke zwischen offizieller Statistik und dem, wie oft Eltern und Schüler tatsächlich über nicht gehaltenen Unterricht berichten."

So haben Eltern im Frühjahr stichprobenartig Stundenausfälle an neun Chemnitzer Schulen dokumentiert. "Dabei sind in nur vier Wochen 645 Ausfallstunden zusammengekommen, 390 Stunden wurden vertreten, 95-mal wurden Aufgaben an die Schüler verteilt, 13-mal Klassen von Grundschülern zusammengelegt", so Reichenbach.

Die Eltern wollen ihre Zahlen zum Schuljahresende mit Verantwortlichen beim Landesamt für Schule und Bildung auswerten.

Der Kreiselternrat plant die Ausweitung der eigenen Dokumentation: "Wir wollen, dass sich künftig noch mehr Eltern und Schüler an dieser Art der Dokumentation beteiligen.

Dafür planen wir eine Ausfall-App, mit der jeder ohne großen Aufwand melden kann."

Eine weitere Neuerung: Erstmals bietet die Interessenvertretung Sprechstunden an. Die erste findet morgen, 16 bis 18 Uhr, im Technischen Rathaus, Raum B 105, statt, weitere jeden zweiten Dienstag im Monat.

Weil Personal fehlt, sitzen Chemnitzer Schüler nach Meinung ihrer Eltern viel zu häufig ohne Lehrer in der Klasse.
Weil Personal fehlt, sitzen Chemnitzer Schüler nach Meinung ihrer Eltern viel zu häufig ohne Lehrer in der Klasse.  © Peter Zschage
Ausfallstunden gehören an vielen Schulen zur Normalität.
Ausfallstunden gehören an vielen Schulen zur Normalität.  © Peter Zschage
Tägliches Ritual: der Blick an den Vertretungsplan.
Tägliches Ritual: der Blick an den Vertretungsplan.  © Peter Zschage

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