Wieder mehr Straftaten! Ist die Chemnitzer City noch sicher?

Chemnitz - Prügeleien, Überfälle und Drogendeals in der City, Vandalismus am Schlossteich - um die Sicherheit in Chemnitz steht es nicht zum Besten.

Hatte im April noch mit Vandalismus am Schlossteich zu kämpfen: Gondelstation-Betreiber Falko Hirsch (45).
Hatte im April noch mit Vandalismus am Schlossteich zu kämpfen: Gondelstation-Betreiber Falko Hirsch (45).  © Peter Zschage

Mit abschreckenden Maßnahmen wie Video-Überwachung, Streifendiensten und Razzien versuchen Stadt und Polizei der brenzligen Lage Herr zu werden. Doch gelingt das auch?

Falko Hirsch (45) Chef des "Café Milchhäuschen" und der Gondelstation sieht die Entwicklung zunehmend positiv: "Der Schlossteich ist endlich wieder eine Ruheoase geworden".

Erst im Frühjahr hatten Vandalen seine Ruderboote zerstört. "Aber jetzt kommt der Stadtordnungsdienst zwei Mal am Tag vorbei." Das schreckt ab.

Die Stadtverwaltung bestätigt: "Schlosschemnitz, Konkordiapark und Schloßteich sind derzeit Haupteinsatzgebiete des Stadtordnungsdienstes."

Auch die Polizei-Statistik belegt die beruhigte Lage: Straftaten wie sexuelle Übergriffe, Raubdelikte und Körperverletzungen nehmen ab. Auch im Stadtzentrum können sich die Chemnitzer wieder sicherer fühlen.

Zwar bleibt die Zahl der angezeigten Sexualdelikte nahezu stabil (2016: 38, 2017: 39), doch dafür wird weniger geraubt und geprügelt - dank Durchsetzung des Glas-und Alkoholverbots Am Wall, im Stadthallenpark und am Johannisplatz.

Jana Ulbricht (41) ist die neue Chef-Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.
Jana Ulbricht (41) ist die neue Chef-Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.  © Holm Helis

Die "Zenti" bleibt nach wie vor Anlaufpunkt für auf Krawall gebürstete Gruppen: So gab es im Frühjahr immer wieder Schlägereien zwischen Migranten und Einheimischen.

Mit dem Beschluss zur Videoüberwachung wurden es weniger. Erst in dieser Woche sind Kameras im Bereich Galerie Roter Turm und Neumarkt installiert worden - bis September sollen insgesamt 38 über das Zentrum wachen.

Jana Ulbricht (41) gibt jedoch keine grundsätzliche Entwarnung: "Der Innenstadtbereich ist weiter krimineller Hauptschwerpunkt", sagt die neue Chef-Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.

Zwar waren die Drogendelikte von 2016 auf 2017 um rund 21 Prozent gesunken, und auch die Diebstähle gingen um etwa 20 Prozent zurück, doch die Zahlen steigen derzeit wieder an, könnten sogar die Vorjahreszahlen übertreffen.

Um Kriminelle abzuschrecken, setzt die Polizei zunehmend auf Razzien, sogenannte "Komplexkontrollen": 2017 gab es davon in Chemnitz neun, dieses Jahr bereits fünf - einschließlich jener am Dienstag auf dem Sonnenberg, wo u.a. nach Sprengstoffbastlern gesucht wurde.

Videoüberwachung: Im Bereich Galerie Roter Turm/Neumarkt sind bereits Kameras installiert.
Videoüberwachung: Im Bereich Galerie Roter Turm/Neumarkt sind bereits Kameras installiert.  © Peter Zschage
Razzia am Dienstag auf dem Sonnenberg. Mit so genannten Komplexkontrollen kämpft die Polizei gegen Kleinkriminelle.
Razzia am Dienstag auf dem Sonnenberg. Mit so genannten Komplexkontrollen kämpft die Polizei gegen Kleinkriminelle.  © Harry Härtel/Haertelpress

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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