Schon wieder kracht's am Conti-Loch: Was wird aus dem Friedensplatz?

Chemnitzer begrüßten 1990 Helmut Kohl (1930-2017). Ein Platz ist nach dem Kanzler der Einheit bis heute nicht benannt.
Chemnitzer begrüßten 1990 Helmut Kohl (1930-2017). Ein Platz ist nach dem Kanzler der Einheit bis heute nicht benannt.  © Harry Haertel

Chemnitz - Zoff am zugebauten Conti-Loch: Rot-Rot-Grün will dem Neuen Technischen Rathaus die Adresse "Friedensplatz" verpassen. Das hatte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (55, SPD) beim Presserundgang ausgeplaudert. Was der CDU/-FDP-Fraktion bitter aufgestoßen ist.

Die Abgeordneten behandeln am 6. Dezember einen Antrag von SPD, Linken und Grünen. Inhalt: "Der Stadtrat beschließt, den Platz am Neuen Technischen Rathaus Friedensplatz zu benennen. Die Namensweihe soll im Rahmen des Chemnitzer Friedenstages am 5. März 2018 erfolgen."

Nicht abgesprochen, mit uns nicht machbar, so die CDU/FDP-Fraktion. "Einen nahezu umbauten Raum, an einer der am stärksten frequentierten Kreuzungen der Stadt, aus Verlegenheit Friedensplatz nennen zu wollen, sollte man nochmals ernsthaft diskutieren“, so Fraktionsvorsitzender Tino Fritzsche (56).

Großer Ärger, kleiner Fleck: Alexander Dierks (30, CDU) lehnt einen "Friedensplatz" vorm Neuen Technischen Rathaus ab.
Großer Ärger, kleiner Fleck: Alexander Dierks (30, CDU) lehnt einen "Friedensplatz" vorm Neuen Technischen Rathaus ab.  © Sven Gleisberg

"Wenn Rot-Rot-Grün schon der Meinung ist, dass Chemnitz statt einer Straße, die den Namen des Kanzlers der Einheit trägt, einen Friedensplatz braucht, hätte man sich Zeit nehmen können, einen passenden Platz zu finden, beispielsweise auch unter Einbeziehung der Bürger", wettert CDU-Stadtrat Alexander Dierks (30).

Jetzt die Retourkutsche: CDU und FDP waren im Stadtrat gescheitert, einen Platz oder eine Straße nach Ex-Kanzler Helmut Kohl (1930-2017) zu benennen (TAG24 berichtete).

"Dem Schnellschuss Friedensplatz können wir so jedenfalls nicht zustimmen“, so Alexander Dierks.

Beim Kohl-Platz warf SPD-Mann Detlef Müller (53) CDU/FDP vor, den Plan nicht diskutiert zu haben. Den "Friedensplatz" brütete Rot-Rot-Grün im Verborgenen aus.
Beim Kohl-Platz warf SPD-Mann Detlef Müller (53) CDU/FDP vor, den Plan nicht diskutiert zu haben. Den "Friedensplatz" brütete Rot-Rot-Grün im Verborgenen aus.  © Peter Zschage
Neues Haus, neue Adresse? SPD, Linke und Grüne wollen den Platz "Friedensplatz" nennen.
Neues Haus, neue Adresse? SPD, Linke und Grüne wollen den Platz "Friedensplatz" nennen.  © Maik Börner

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