Chemnitzer Schulen fehlen mehr als 20 Direktoren

Chemnitz - Schulleiter-Alarm! Chemnitzer Schulen fehlen 23 Schulleiter und Stellvertreter (Stand: Januar 2020). Besonders Grundschulen suchen Pädagogen in Führungspositionen. Grüne fordern ein Umdenken und Chancen für Quereinsteiger.

Lutz Steinert (60) vom Landesamt für Schule und Bildung.
Lutz Steinert (60) vom Landesamt für Schule und Bildung.  © Sven Gleisberg

"Der Aufwand ist nicht mehr zu schaffen. Man sollte prüfen, ob man Schulleiterstellen mit Seiteneinsteigern besetzen kann. Die Kompetenzen haben sich geändert. Diese Position verlangt administrative Fähigkeiten. Dadurch könnten sich Lehrer voll auf den Unterricht konzentrieren", schlägt Grünen-Stadträtin Susann Mäder (35) vor.

Das Landesamt für Schule und Bildung kennt das Problem. "Seit 2019 gibt es ein Handlungsprogramm. Den Schulleitern kleinerer Grundschulen wird ein Stellvertreter zur Seite gestellt", so Sprecher Lutz Steinert (60).

Dadurch soll der Posten attraktiver werden. Durch diese Reform steigt der Bedarf an Direktoren. Den Chemnitzer Grundschulen fehlen sieben Schulleiter und neun Stellvertreter.

"Als Schulleiter gibt es eine Vielzahl an Aufgaben zu erledigen. Man muss zusätzlich eine gewisse Zahl an Abminderungsstunden leisten, sprich Unterricht geben. Der Gehaltsunterschied zum Lehrer ist gering", sagt Angelika Haase (61), Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Schulleiter kleiner Grundschulen verdienen nur etwa 300 Euro brutto mehr als ihre unterstellten Kollegen. Erst ab 360 Schüler gibt's deutlich mehr Geld.

An Chemnitzer Schulen sind viele Schulleitungsstellen unbesetzt.
An Chemnitzer Schulen sind viele Schulleitungsstellen unbesetzt.  © Peter Endig/dpa
Stadträtin Susann Mäder (35, Grüne) will Schulleiter entlasten und fordert mehr Quereinsteiger.
Stadträtin Susann Mäder (35, Grüne) will Schulleiter entlasten und fordert mehr Quereinsteiger.  © Kristin Schmidt

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