Selbsternannter Bürgerwehr wird der Eil-Prozess gemacht

Chemnitz - Unglaublich: 15 offenbar Rechtsradikale marschierten als selbsternannte "Bürgerwehr" über die Schlossteichinsel, kontrollierten Ausweise, drangsalierten Ausländer und verletzten einen Iraner (26) - Festnahme.

Isabelle Krehan (27) ging die "Bürgerwehr" zu weit.
Isabelle Krehan (27) ging die "Bürgerwehr" zu weit.  © Uwe Meinhold

Freitagabend, nach der Demo der rechtspopulistischen Gruppierung "Pro Chemnitz", nahmen 15 Personen im Alter von bis zu 33 Jahren das Recht in die eigene Hand. Sie marschierten zur Schlossteichinsel, zu einer Geburtstagsfeier von zehn jungen Deutschen.

Die Männer nannten sich laut Polizei "Bürgerwehr" und verlangten die Ausweise. Die Feiernden bekamen es mit der Angst, flüchteten und riefen die Polizei.

Die "Bürgerwehr" kreiste daraufhin eine siebenköpfige Gruppe von Deutschen, Iranern und Pakistani ein. Die Angreifer riefen fremdenfeindliche Sprüche und verletzten einen Iraner.

Die Polizei machte dem Spuk ein Ende. Alle 15 Angreifer mussten mit zur Wache. Neun durften später wieder gehen.

Spaziergänger am Schlossteich waren entsetzt

Ralph Schubert (57, mit Familie) sind geschockt über den Angriff am Schlossteich.
Ralph Schubert (57, mit Familie) sind geschockt über den Angriff am Schlossteich.  © Uwe Meinhold

Sechs Tatverdächtige (27, 29, 30, 31, 31, 33) standen am Sonnabend vor dem Haftrichter. Der schickte fünf in U-Haft, gegen einen 31-Jährigen unter Bewährung sprach er einen normalen Haftbefehl aus. Alle sechs sollen noch in dieser Woche vor Gericht stehen - beschleunigtes Verfahren.

Spaziergänger am Schlossteich sind entsetzt über den Vorfall. Ralph Schubert (57) fordert: "Die Strafe muss wehtun." Für Isabelle Krehan (27) ging die "Bürgerwehr" zu weit: "Gewalt nimmt auf allen Seiten zu. Das lehne ich ab."

Bundestagspolitiker Detlef Müller (54, SPD) findet es "furchtbar, dass Nazis wie selbstverständlich zum Schlossteich ziehen und Menschen angreifen".

Seine Forderung: "Die Justiz zeigt bisher einen pädagogischen Ansatz. Jetzt wird es Zeit zu strafen."

Die Polizeibehörde im Einsatz.
Die Polizeibehörde im Einsatz.  © Harry Härtel/Haertelpress

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