"Banken-Krise": Jetzt gibt's neuen Ärger

Risse und eine "Gravur" verschandeln die Bänke.
Risse und eine "Gravur" verschandeln die Bänke.

Von Doreen Grasselt

Chemnitz – Die "Banken-Krise" geht noch schlimmer: Jetzt flattern im Rathaus die ersten Schadensersatzforderungen wegen der smac-Bänke ein. 180 Euro musste Chemnitz bereits wegen verunreinigter Kleidung zahlen.

Seit ihrer Aufstellung im April sorgen die 61.000 Euro teuren Bänke auf dem Stefan-Heym-Platz bundesweit für Gelächter und jede Menge Kritik. Und nun gibt‘s auch noch Flecken auf der Hose.

Die Chemnitzerin Mandy Korb (24) wird sich jedenfalls nicht mehr auf die Baumstämme setzen: "Ich musste meine helle Jeans mehrmals mit Fleckenentferner behandeln und vier Mal waschen, um die großen gelben Flecken wieder rauszubekommen."

180 Euro muss Chemnitz wegen verunreinigter Kleidung zahlen.
180 Euro muss Chemnitz wegen verunreinigter Kleidung zahlen.

Schuld an der Misere ist offenbar die sogenannte Gerbsäure, die in der Anfangszeit aus dem frischen Holz ausgetreten war. Weil der Naturstoff arbeitet, sind die Bänke außerdem voller Risse. Und zu allem Überfluss hat ein Schmierfink die Bänke beschriftet.

"61 000 Euro? WTF?" (What The Fuck? - dt. sinngemäß: Was soll das?), prangt jetzt drauf.

Konkrete Pläne mit den Bänken hat die Stadt nicht. "Aber so sieht es nicht schön aus", sagt Linke-Fraktions-Chefin Susanne Schaper (37). "Man könnte die Bänke doch aushöhlen und ,Mammuts‘ davor stellen. Vielleicht noch was zum Klettern dazu und richtige Bänke. Dann haben wenigstens die Kinder was davon."

CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche würde den Stefan-Heym-Platz gern neu gestalten: "Damit er nicht so leer ist, sondern als Museumsvorplatz wirkt, auf dem die Leute gern verweilen."

Mittlerweile stehen die teuren Holzstämme auch im Schwarzbuch des deutschen Steuerzahlerbundes.

Fotos: Uwe Meinhold (2)


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