Software-Giganten betrogen? Prozess gegen PC-Händler eingestellt

Chemnitz - Grauzone, rechtlich sauber oder bösartige Straftat? Computerhändler Christoph W. (37) sieht sich seit mehr als sechs Jahren schweren Vorwürfen ausgesetzt. Betrog der Mann im großen Stil den Software-Giganten Microsoft?

Teurer Deal: Das Verfahren gegen Computerhändler Christoph W. (37) wurde Montag eingestellt.
Teurer Deal: Das Verfahren gegen Computerhändler Christoph W. (37) wurde Montag eingestellt.  © Haertelpress

2012 beschlagnahmten Fahnder im Altchemnitzer Lager des Unternehmers PCs, Laptops und Software. Der Vorwurf: Christoph W. hatte gebrauchte Computer aufgekauft, die dort angebrachten Windows-Codes abgelöst und auf neue Rechner platziert.

Auf den neuen Rechnern schaltete er mit diesen Codes eine kostenlose 30-Tage-Testversion frei - aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein Verstoß gegen das Markenrecht. Auch Microsoft schickte Montag einen Rechtsanwalt als Nebenkläger ins Amtsgericht.

Christoph W. verteidigte sich: "Das haben damals alle so gemacht, viele Lizenzen kaufte ich von einem Berliner Zwischenhändler." Es blieb unklar, ob der Chemnitzer definitiv wissen musste, dass er gegen damals geltendes Recht verstoßen hatte.

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Inzwischen gibt es viele Urteile zu diesem Thema, die bis hin zum Europäischen Gerichtshof teilweise sehr unterschiedlich ausgelegt werden können. Am Ende wurde das Verfahren gegen Auflagen eingestellt. Christoph W. muss 3.000 Euro an die Justizkasse sowie 11.000 Euro ans Chemnitzer Hospiz bezahlen.

Die beschlagnahmten Codes, immerhin 6000 Stück mit einem Wert von mehr als 100.000 Euro, sind auch futsch.

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