Austellung im Industriemuseum ist der Quoten-Hit

Chemnitz - Mit Händen sprechen: Rund 15.000 Besucher kamen seit Mitte November in die Sonderausstellung "Gesten - gestern, heute, übermorgen" des Chemnitzer Industriemuseums. Damit gehört die Schau zu den am bestbesuchtesten des Hauses, so Museumssprecherin Claudia Wasner.

Lisa Parthum (25) betrachtet im Industriemuseum in Chemnitz Gipshände in verschiedenen Gesten.
Lisa Parthum (25) betrachtet im Industriemuseum in Chemnitz Gipshände in verschiedenen Gesten.  © Klaus Jedlicka

Die besondere Verbindung aus Wissenschaft, Kunst und Technologie habe überzeugt, lautet das Fazit von Initiatorin und Gestenforscherin Ellen Fricke. Die Professorin der TU Chemnitz steht federführend hinter einem Forschungsprojekt, das mit der Ausstellung erste Erkenntnisse aus drei Jahren wissenschaftlicher Arbeit im Wortsinne begreiflich machen wollte. Noch bis Sonntag können sich Besucher die interaktiv veranschaulichten Forschungsergebnisse ansehen.

"Unser Objektgebrauch unterliegt einem epochalen Wandel - das wollten wir erfahrbar machen", sagt Ellen Fricke. Demnach würden Gesten zunehmend als Ausgangspunkt für die Interaktion von Mensch und Maschine eingesetzt. Das schüre auch Zukunftsängste, gerade bei älteren Menschen.

"Dem konnte die Ausstellung mit konkreten eigenen Erfahrungen etwas entgegensetzen." Denn die Besucher konnten interaktiv selbst Hand anlegen und zum Beispiel einen virtuellen Globus mit Gesten steuern oder auf einer virtuellen Töpferscheibe Ton formen, den es nur auf dem Monitor gibt.

Mit dem Projekt "Hands and Objects in Language, Culture and Technology" (Hände und Objekte in Sprache, Kultur und Technologie), kurz "Manuact", erforschte die TU Chemnitz Gesten aus Sicht der Sprach- und Arbeitswissenschaft sowie aus dem Blickwinkel der Kulturgeschichte. Es wurde mit 1,2 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Die Chemnitzer Ausstellung könnte bald auch anderenorts zu sehen sein. Der Projektleiterin zufolge haben bundesweit mehrere Museen ihr Interesse bekundet.

Professorin Ellen Fricke von der TU Chemnitz lockte rund 15.000 Besucher in die Gesten-Ausstellung ins Industriemuseum.
Professorin Ellen Fricke von der TU Chemnitz lockte rund 15.000 Besucher in die Gesten-Ausstellung ins Industriemuseum.  © Klaus Jedlicka
Die Sonderausstellung "Gesten. Gestern. Heute. Übermorgen." geht am Sonntag im Sächsischen Industriemuseums Chemnitz zu Ende.
Die Sonderausstellung "Gesten. Gestern. Heute. Übermorgen." geht am Sonntag im Sächsischen Industriemuseums Chemnitz zu Ende.  © Klaus Jedlicka

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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