Obduktionsergebnis ist da: So starb der Sonnenberg-Killer

Chemnitz - Gut eine Woche nach dem blutigen Beziehungsdrama vom Sonnenberg ist jetzt auch der Ablauf klar.

Jürgen M. (52) und Ljudmilla B. (38) als Liebespaar - ihre Beziehung endete für beide tödlich.
Jürgen M. (52) und Ljudmilla B. (38) als Liebespaar - ihre Beziehung endete für beide tödlich.

Bisher war nur bekannt: Ljudmilla B. (38) starb in ihrer Wohnung. Getötet von ihrem Lebensgefährten Jürgen M. (52). Der Mann kam schwer verletzt ins Krankenhaus, wo er noch am selben Abend starb (TAG24 berichtete).

Nach der Obduktion steht fest: Jürgen M. nahm sich selbst das Leben, fügte sich schwerste Stichverletzungen zu. Denn Ljudmilla B. wäre gar nicht in der Lage gewesen, den groß gewachsenen, kräftigen Mann zu verletzen: Die Frau litt seit Jahren an Multipler Sklerose, die Krankheit war nach Angaben von Angehörigen bereits sehr weit fortgeschritten.

Bei der tödlichen Auseinandersetzung hatte die gebürtige Weißrussin keine Chance. Ingrid Burghart (52), Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz: "Wir konnten keine Abwehrspuren feststellen."

Eine große Liebe endete in einem Beziehungs-Drama

Die Ermittler der Kripo untersuchten stundenlang den Tatort, sicherten wichtige Spuren.
Die Ermittler der Kripo untersuchten stundenlang den Tatort, sicherten wichtige Spuren.

Rückblick. Was einst als große Liebe begann, endete in einem Blutbad. Der gebürtige Bayer Jürgen M. hatte die zierliche Frau vor Jahren im Chemnitzer Umland kennengelernt. Sie waren Nachbarn, freundeten sich an.

Nach der Trennung von ihrem Ehemann zog Ljudmilla B. mit ihrem Sohn in die gemütliche Plattenbauwohnung auf dem Sonnenberg. Drei Zimmer in der vierten Etage – Nachbarn beschreiben die Frau als zurückhaltend und schüchtern. Auch hier tauchte Jürgen M. immer öfter auf. Seit einigen Monaten waren sie schließlich offiziell ein Paar. Fotos zeigen die beiden frisch verliebt in der Chemnitzer Innenstadt, in einem Fotokommentar nennt Jürgen M. seine neue Freundin liebevoll "Mein Schatz".

Aber: Es gab auch immer wieder Streit, offenbar war der Mann sehr eifersüchtig. Nachbarn berichten von dramatischen Szenen, als Jürgen M. sich mit einem Sprung vom Balkon das Leben nehmen wollte. Auch Möbelstücke sollen bei Auseinandersetzungen aus der Wohnung geworfen worden sein. Am Tattag selber bemerkte Nachbar Wolfgang G. (83): "Der Streit war lauter als sonst. Es krachte, als würden Möbel zusammenbrechen."

Weil definitiv kein Dritter an dem Drama vom vergangenen Montag beteiligt war und Jürgen M. somit als Täter gilt, wird die Staatsanwaltschaft Chemnitz die Akte bald schließen.

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