Wohngebiets-Pläne stoßen am Sonnenberg auf Widerstand

Chemnitz - Verliert der Sonnenberg seinen kreativen Nordzipfel? Aus dem ehemaligen Mischgebiet zwischen Philippstraße und Palmstraße soll ein reines Wohngebiet werden. So sieht es eine Änderung des Flächennutzungsplanes vor. Das stößt im Quartier auf Widerspruch.

Hellfried Malech (68, v.l.), Mario Voigt (29), Josef Poldrack (35), Daniel Tauscher (34) und Thomas Bossack (49) kritisieren die Umwandlung des nördlichen Sonnenbergs in ein reines Wohngebiet.
Hellfried Malech (68, v.l.), Mario Voigt (29), Josef Poldrack (35), Daniel Tauscher (34) und Thomas Bossack (49) kritisieren die Umwandlung des nördlichen Sonnenbergs in ein reines Wohngebiet.  © Sven Gleisberg

Die Stadt will mit der Neuregelung "dem Leerstand von Wohngebäuden entgegenwirken und den Stadtteil als Wohnstandort stabilisieren". Daniel Tauscher (34) von der Mitmachwerkstatt "FabLab" in der Philippstraße kritisiert: "Damit wird das Entwicklungspotenzial des nördlichen Sonnenbergs ausgebremst, weil sich keine neuen Gewerbetreibenden ansiedeln. Auch unser Plan, hier eine Kultur- und Kreativfabrik aufzubauen, ist so wahrscheinlich nicht umsetzbar."

Orgelbauer Josef Poldrack (35) fürchtet: "Die Regelung nimmt Kreativen und Handwerkern die Möglichkeit, sich hier für kleines Geld einzumieten. Wenn in zwei, drei Jahren eine Vergrößerung meiner Werkstatt ansteht, muss ich weg vom Sonnenberg, weil ich hier keine Räume mehr bekomme." Die IHK sieht die Umwidmung mit Vorbehalten.

"Mit den städtebaulichen Zielvorstellungen gehen wir unter der Maßgabe konform, dass das vorhandene Gewerbe nicht negativ beeinflusst wird und sich bedarfsgerecht entwickeln kann", so Referatsleiter Bert Rothe (48).

Werkstätten in den Hinterhöfen gehörten im Umfeld des Stadions bisher zum Sonnenberg dazu.
Werkstätten in den Hinterhöfen gehörten im Umfeld des Stadions bisher zum Sonnenberg dazu.  © Sven Gleisberg

Mehr zum Thema Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0