Probleme mit Behörden: Fällt die nächste Abora-Mission ins Wasser?

Chemnitz - Der Experimental-Archäologe Dominique Görlitz ist bei der Vorbereitung seines Schilfboot-Projektes, Abora IV, das ihn vom russischen Sotschi aus über das Schwarze Meer zum Mittelmeer führen soll, auf Hindernisse gestoßen.

Experimental-Archäologe Dominique Görlitz.
Experimental-Archäologe Dominique Görlitz.  © Uwe Meinhold

Wie der Expeditionsleiter in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte, gebe es im Gegensatz zu den drei vorherigen Missionen Schwierigkeiten bei der Ausfuhr der Bootsteile aus Bolivien. Die Teile sind bereits versandfertig, aber die Verschiffung lässt auf sich warten.

Und in Russland muss der Experimental-Archäologe aus Chemnitz nach eigenen Angaben überraschenderweise eine "Genehmigung zur Durchführung von Meeresforschung" einholen.

Die Expedition "Abora IV" soll vom russischen Sotschi über Varna (Bulgarien), Istanbul und Athen bis nach Kreta (Griechenland) führen. Mit dem Segeltrip will Görlitz prähistorische Handelsrouten aufzeigen.

"Mit den eigenen Arbeiten sind wir voll im Plan. Wir kämpfen mit dem Amtsschimmel", sagte Görlitz. Er und seine Mitstreiter erlebten nun, was einem Unternehmer drohe, der bereit sei, im Ausland zu investieren.

Den Erschwernissen zum Trotz ist der 52-Jährige davon überzeugt, mit seiner vierten Mission wie vorgesehen auf Fahrt zu gehen. "Ich löse das", betonte er. "Wir tun alles dafür, dass wir im Juni 2019 ablegen dürfen." Dafür verhandele er fast täglich mit den Behörden und Institutionen sowohl in Bolivien als auch in Russland sowie mit deutschen diplomatischen Vertretungen.

Mit so einem Schilfboot will Dominique Görlitz von Sotchi aus über das Schwarze Meer ins Mittelmeer, bis nach Kreta fahren.
Mit so einem Schilfboot will Dominique Görlitz von Sotchi aus über das Schwarze Meer ins Mittelmeer, bis nach Kreta fahren.  © Peter Zschage

"Für mich gibt es keine zweite Option", sagte Görlitz. Und für den Fall, dass er dennoch scheitern sollte, gelte: "Es ist nicht falsch, eine negative Erfahrung zu machen."

Rund 100, von Aymara-Indios angefertigten Teile aus Holz und Teichsimse sind vorbereitet und liegen in Bolivien für den Transport bereit, um dann in Russland zum Schilfboot zusammengebaut zu werden. Er habe noch ein Zeitfenster bis April, sagte Görlitz. Dann müssten die Komponenten auf dem Weg sein, weil die Überfahrt rund 50 Tage dauere. Vorausschauend habe er beim Bau der Teile schon eine Reserve von vier bis sechs Wochen eingeplant.

Zugleich plant Görlitz die Präsentation einer kleinen Auswahl seiner Forschungen im Kulturhistorischen Museum Rostock. Unter dem Titel "Die Argonauten der Steinzeit" findet die Schau im Rahmen der Ausstellung "Das älteste Gold der Welt" mit Grabbeigaben aus dem prähistorischen Varna statt.

Vom 29. November an bis zum 16. April 2019 werden mögliche Handelsbeziehungen zwischen der Schwarzmeer- und der Mittelmeer-Region aufgezeigt.

Titelfoto: Peter Zschage

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