Sozialismus-Brunnen kommt zurück: Nur wohin?

Der Brunnen "Jugend im Sozialismus" stand bis 1999 an der Theaterstraße. Die 
136 Emailleplatten sollen an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.
Der Brunnen "Jugend im Sozialismus" stand bis 1999 an der Theaterstraße. Die 136 Emailleplatten sollen an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Chemnitz - Chemnitz holt den Sozialismus wieder aus der Versenkung. Der "Brunnen der Jugend im Sozialismus" führt die untergegangene Zeitepoche im Namen. Und das muss er wohl auch weiterhin. Das Rathaus hat zwei Standorte für die Auferstehung der Fontäne gefunden.

Die Fußgängerzone in Morgenleite oder eine Grünfläche am Sportschulzentrum an der Reichenhainer Straße - das sind aus Sicht der Verwaltung zwei Standorte für den eingemotteten "Brunnen der Jugend". Linke und Grüne hatten im Sommer 2016 gefordert, das Wasserspiel wieder aufzustellen.

Bis Oktober 1999 stand der "Brunnen der Jugend im Sozialismus" an der Theaterstraße. Seit November 2004 stehen dort aber 15 Pinguine des Künstlers Peter Kallfels (56). Den Frackträgern soll es auch nicht an den Kragen gehen. Eine entsprechende Online-Petition "Rettet die Pinguinfamilie" hatte für Wirbel gesorgt (TAG24 berichtete).

Der Brunnen soll jedoch nicht in Gänze wiederauferstehen, so das Rathaus. Lediglich die 136 Emailleplatten (Größe: 1x1 Meter) sollen einen neuen Standort finden. Die Teile sind derzeit in stoßsicheren Holzkisten verpackt eingelagert. Rund 60.000 Euro soll das kosten - ohne Brunnenbecken und entsprechende Technik.

Sozialismus ist ein Muss: "Der Titel dieses Brunnens ist ,Jugend im Sozialismus‘. Aus Sicht des Urheberrechts ist es nicht zulässig, den vom Künstler festgelegten Titel für das Kunstwerk zu ändern", so Baudezernent Michael Stötzer (44, Grüne) auf Anfrage von Eberhard Langer (82, Linke). Werden Teile der Fontäne ans Tageslicht befördert, müssen sie den Sozialismus im Namen tragen.


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