Er raubte seine eigene Mutter aus, weil er Schulden hatte

In dieser Spielothek wurde die Mutter von ihrem eigenen Sohn überfallen.
In dieser Spielothek wurde die Mutter von ihrem eigenen Sohn überfallen.

Chemnitz - Auf der Anklagebank im Amtsgericht saß am Mittwoch ein Räuber. 200 Euro erbeutete Elton F. (23) am Tresen der Spielothek "El Dorado". Das Opfer an der Kasse: die eigene Mutter.

Es ist ein Fall von verzweifelter Mutterliebe. Einerseits hat Kerstin F. (48) Angst vor ihrem eigenen Sohn. Vor sechs Jahren flüchtete sie sogar ins Frauenhaus. Ihre neue Adresse kennt der drogenabhängige 23-Jährige nicht. Aber: Sie treffen sich fast täglich in der Innenstadt. "Ich bringe ihm Essen mit, Zigaretten, manchmal Geld", so die Frau im Gericht.

Der Fall: Am 28. Mai 2016 stürmte Elton F. in die Spielothek, forderte von seiner Mutter 200 Euro. Als er sie bedrohte, gab ihm die verängstigte Frau 200 Euro aus der Kasse. Der Sohn flüchtete, Angestellte riefen die Polizei.

Der arbeitslose Chemnitzer, der auf freiem Fuß ist, entschuldigte sich am Mittwoch: "Es tut mir leid, ich hatte Schulden." Allerdings ist er wegen Körperverletzung und Raubes mehrfach vorbestraft, stand bei der Tat unter Bewährung. Das Geld musste die Mutter bei ihrem Chef abstottern - von ihrem Sohn sah sie noch keinen Cent. Aber sie flehte gestern das Gericht an: "Er ist krank, er hat ein Drogenproblem. Er braucht Hilfe."

Das Gericht verurteilte den Mann zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Hinter Gittern kann Elton F. dann einen Entzug machen und eine Ausbildung beginnen.

Elton F. (23) wurde am Mittwoch zu zweieinhalb Jahren Knast verurteilt.
Elton F. (23) wurde am Mittwoch zu zweieinhalb Jahren Knast verurteilt.

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