Spielsucht! Polizist klaute Geld im Revier

Hauptkommissar Erik S. (54) wurde wegen Verwahrungsbruch und Unterschlagung verurteilt.
Hauptkommissar Erik S. (54) wurde wegen Verwahrungsbruch und Unterschlagung verurteilt.  © Haertelpress

Chemnitz – Knapp 30 Jahre war Erik S. (54) ein unauffälliger, fleißiger Polizist, schaffte es bis zum Hauptkommissar. Jetzt steht er vor den Trümmern seiner Karriere. Weil er der Spielsucht verfiel, "bediente" sich der Mann in der Asservatenkammer. Gestern wurde er verurteilt.

Polizisten hatten im September 2015 einen mutmaßlichen Drogendealer geschnappt, bei ihm unter anderem 1400 Euro Bargeld gefunden. Die Beweismittel wurden im Revier Nordost in die Asservatenkammer gegeben.

Dort schnappte sich der Beamte das Geld und fälschte Akten, um den Diebstahl zu vertuschen. Monate später fragte der Anwalt des Verdächtigen nach, was mit dem Geld passiert ist - der Hauptkommissar flog auf.

Seit einem Jahr ist er suspendiert. Das Amtsgericht hatte ihn zu 9600 Euro Geldstrafe verurteilt. Das war der Staatsanwaltschaft zu wenig - Berufung. Erik S. gestand die Tat: "Das war der größte Fehler meines Lebens." Das Landgericht erhöhte die Strafe auf acht Monate Knast, ausgesetzt zu zwei Jahren Bewährung. Außerdem muss Erik S. das Geld zurückzahlen.

Es ist sein zweiter Schuldspruch: Der Beamte hatte 2016 bereits 5 000 Euro Geldstrafe zahlen müssen, weil er im Sommer 2015 schon einmal rund 500 Euro unterschlagen hatte. Ob er seinen Job verliert, entscheidet jetzt ein polizeiinternes Verfahren.

Im Revier an der Hartmannstraße verschwand das Geld.
Im Revier an der Hartmannstraße verschwand das Geld.  © Harry Härtel/Haertelpress

Titelfoto: Haertelpress


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