Peinliche Behördenposse: Chemnitzer Staatsanwaltschaft wollte Stasi-Münze versilbern

Chemnitz - Ausgerechnet die Staatsanwaltschaft Chemnitz wollte mit der verblichenen Stasi noch Geld machen. Die Behörde hatte auf dem Auktionsportal der Justiz eine Spitzel-Gedenkmütze zum Kauf angeboten. Gefunden wurde die bei einem Dieb.

So sieht die Rückseite der 55 Gramm schweren Stasi-Gedenkmünze aus.
So sieht die Rückseite der 55 Gramm schweren Stasi-Gedenkmünze aus.  © Screenshot/justiz-auktion.de

Stasi-Gedenkmünze“ ist die Auktion mit Nummer 125501 überschrieben. „Sie bieten auf eine Gedenkmünze aus der DDR. Vorderseite: Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Karl-Marx-Stadt.

Rückseite: Zum 20. Jahrestag des Ministeriums für Staatssicherheit, gewidmet den Kampfgefährtinnen und Tschekisten (hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter, d. Red.)“, heißt es in der Beschreibung.

Der Startpreis lag bei einem Euro. Als die Behörde gestern auf ihren Fauxpas hingewiesen wurde und am Vormittag die Auktion stoppte, lag das Höchstgebot bereits bei elf Euro.

Welchem Spitzel die Münze einst verliehen wurde, ist nicht bekannt. „Die haben wir in einer Geldbörse eines Angeklagten gefunden, zusammen mit Westmark- und DDR-Kleingeld“, erklärte Behördensprecherin Ingrid Burghart (55) zur Herkunft. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen Dieb gehandelt haben.

Da die Münze niemandem zugeordnet werden konnte, sei sie als Fundsache behandelt und versehentlich im Auktionsportal angeboten worden, so die Oberstaatsanwältin: „Verboten ist das meines Wissens nicht. Aber wir als Staatsanwaltschaft wollen uns aus Pietätsgründen am Handel mit Stasi-Dingen nicht beteiligten.“

Deshalb sei die Auktion sofort gestoppt worden.

Das ist die Vorderseite der Stasi-Gedenkmünze.
Das ist die Vorderseite der Stasi-Gedenkmünze.  © Screenshot/justiz-auktion.de
Das Justizzentrum Chemnitz - hier galt die Münze als nicht zuzuordnende "Fundsache", so dass sie zur Versteigerung kam.
Das Justizzentrum Chemnitz - hier galt die Münze als nicht zuzuordnende "Fundsache", so dass sie zur Versteigerung kam.  © Peter Zschage
Der Chemnitzer Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart war der Fauxpas eines Kollegen gestern hörbar peinlich.
Der Chemnitzer Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart war der Fauxpas eines Kollegen gestern hörbar peinlich.  © Harry Härtel/Haertelpress

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