Nach Messerattacke und Abbruch: Chemnitz sagt sein Stadtfest ab!

Chemnitz - Die Stadt Chemnitz hat das diesjährige Stadtfest abgesagt! Das gaben die Organisatoren am Mittwochmittag auf Facebook bekannt.

In diesem Jahr wird es kein Stadtfest in Chemnitz geben.
In diesem Jahr wird es kein Stadtfest in Chemnitz geben.  © Sven Gleisberg

"Das Stadtfest 2018 ist in den Köpfen der Chemnitzerinnen und Chemnitzer und weit darüber hinaus noch immer präsent. Die auf diese Veranstaltung nachfolgenden Ereignisse und die darauf folgenden Berichterstattungen führten dazu, dass das Image dieses Festes nachhaltig negativ besetzt wurde.

Die Marke "Chemnitzer Stadtfest" wurde dadurch stark beschädigt. Eine Wirtschaftlichkeit dessen sowie der imageprägende und identitätsstiftende Sinn und Zweck eines Stadtfestes sind aus Sicht des Veranstalters nicht mehr gegeben. Deshalb wird das Chemnitzer Stadtfest im Jahr 2019 nicht stattfinden", heißt es auf der Facebook-Seite des Chemnitzer Stadtfestes dazu.

Die Absage des Festes in diesem Jahr sei auch eine Chance, neue Formate für eine Innenstadtbelebung und Imagebildung zu entwickeln. Dabei soll es eine Zusammenarbeit mit städtischen Schwestergesellschaften, der Chemnitzer Kulturgemeinschaft und der regionalen Wirtschaft geben, erklärten die Macher weiter.

Was führte zu der Absage?

Die Reaktionen bei Facebook zu der Ankündigung sind gemischt. Während ein Teil der Kommentatoren die Entscheidung begrüßt, gibt es auch kritische Stimmen: "Damit werden die bestraft, die mit der ganzen Sache nichts zu tun haben! Gebt den Dummen recht, sie haben ihr Ziel erreicht!", "Hee Obrigkeit der Stadt der Moderne. Irgendwie läuft ihr was verkehrt. Ihr bestraft damit die anderen. [...]" oder "Schade drum. Vor Jahren hat man schon gesehen wohin die Richtung geht. Man hätte viel eher reagieren müssen.", ist da zu lesen.

In der Nacht zum 26. August 2018 war es am Rande des Chemnitzer Stadtfestes zu einer tödlichen Messerattacke gekommen. Die Tat hatte zu Demos und Krawallen in Chemnitz geführt. Am Sonntagnachmittag musste das Stadtfest abgebrochen werden. Wochenlang gab es Demos rechter Gruppierungen in der Stadt, Fremdenhass brach sich Bahn. So waren untere anderem auch mehrere Restaurants, wie das jüdische Lokal "Schalom" auf dem Brühl oder das "Safran" in der Promenadenstraße Opfer ausländerfeindlicher und rassistischer Attacken geworden.

Am Montag startete der Prozess gegen einen der Tatverdächtigen (23) in Dresden (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Sven Gleisberg

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