Nach tödlicher Messerstecherei in Chemnitz: Haftbefehle erlassen

Chemnitz - Einen Tag nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei Tatverdächtige wegen gemeinschaftlichen Totschlags beantragt.

Am Sonntagnachmittag legten Trauernde am Tatort Blumen und Kerzen ab.
Am Sonntagnachmittag legten Trauernde am Tatort Blumen und Kerzen ab.  © Sven Gleisberg

Wie die Behörde am Montag mitteilte, wurden am Nachmittag ein 23-jähriger Syrer und ein 22 Jahre alter Iraker dem Haftrichter vorgeführt.

Sie sollen am frühen Sonntagmorgen in der Chemnitzer Innenstadt "nach einer vorangegangenen verbalen Auseinandersetzung ohne rechtfertigenden Grund mehrfach mit einem Messer auf einen 35-jährigen Deutschen eingestochen haben".

Das Opfer starb kurz darauf im Krankenhaus. Die Verdächtigen flüchteten vom Tatort, wurden wenig später am Schloßteich festgenommen.

Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz: "Es gibt widersprüchliche Aussagen der Beschuldigten. Die Zeugenaussagen und die Erkenntnisse der Polizei haben uns aber veranlasst, die Haftbefehle zu beantragen." Offenbar wurden auch entsprechende Fingerabdrücke an der Tatwaffe entdeckt. Das Messer war noch in der Nacht auf dem Stadtfestgelände hinter einer Showbühne gefunden worden.

Die Ermittlungen zum Tatmotiv, zum genauen Ablauf der Tat und zur Tatwaffe dauern an, hieß es.

Update 16:30 Uhr

Jetzt live aus der Polizeidirektion Chemnitz. Sachsens Innenminister Prof. Roland Wöller gibt gemeinsam mit der Chemnitzer Polizeipräsidentin Sonja Penzel ein Statement zu den gestrigen und aktuellen Ereignissen in Chemnitz ab.

Update 16.16 Uhr:

Das Amtsgericht Chemnitz hat am Nachmittag auch gegen den 22-jährigen Iraker einen Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags erlassen. Beide Beschuldigten befinden sich nun in Untersuchungshaft.

Update 15.52 Uhr:

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, hat das Amtsgericht Chemnitz einen Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags gegen den 23-jährigen Syrer erlassen. Der zweite Tatverdächtige wird noch verhört.