Polizei-Offensive gegen Drogen-Dealer und Trinker

Die Drogen- und Trinkerszene im Chemnitzer Stadthallenpark nervt Bürger und Händler - die Polizei reagiert nun mit einer Großoffensive.
Die Drogen- und Trinkerszene im Chemnitzer Stadthallenpark nervt Bürger und Händler - die Polizei reagiert nun mit einer Großoffensive.

Von Bernd Rippert

Chemnitz - Die Drogen- und Trinkerszene im Stadthallenpark nervt Bürger und Händler der Innenstadt. Mit einer Großoffensive geht die Polizei dagegen vor.

Polizeipräsident Uwe Reißmann (59) gründete eine Operative Einsatzgruppe (OEG). Auftrag: Raus mit Straftätern und Störern aus dem Zentrum! Viele Bürger fühlen sich an der Stadthalle nicht mehr sicher. Reißmann schmiedete darum die 15-köpfige OEG.

Im Juni machten sich die Beamten konspirativ ein Bild von der Lage, knüpften Kontakte zu Stadt und Händlern. Seit Anfang Juli ist jeden Tag Razzia.

Die Beamten der OEG streifen in Uniform und zivil rund um die Halle, unterstützt durch Ordnungshüter der Stadt und Sicherheitsdienste der Läden.

Die Aktion ist effektiv. Ergebnisse im Juli: 325 kontrollierte Personen und 56 Fahrzeuge. 24 Straftaten geklärt - Diebstahl, Hehlerei, Körperverletzung, Drogen, Waffenbesitz.

Sowohl in zivil als auch in Uniform streifen die Beamten nun um die Halle. Unterstützt werden sie durch Ordnungshüter der Stadt und die Sicherheitsdienste der Läden.
Sowohl in zivil als auch in Uniform streifen die Beamten nun um die Halle. Unterstützt werden sie durch Ordnungshüter der Stadt und die Sicherheitsdienste der Läden.

Dazu kommen 21 Ordnungswidrigkeiten, oft Verstöße gegen Alkohol- und Glasverbot auf Grünflächen. Die Polizei nahm sieben Personen fest, vollstreckte 31 "alte" Haftbefehle.

Polizeichef Uwe Reißmann ist zuversichtlich: "Im Zentrum wird rumgelungert, gepöbelt, gebettelt, getrunken, Straftaten werden begangen. Da wollen wir gegenhalten."

Reißmanns Aktionspartner, Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (54, parteilos), stimmt zu: "An der Stadthalle besteht Handlungsbedarf." Mit im Boot ist die Händler-Interessen-Gemeinschaft Innenstadt.

Sprecher Karl Doersch (60) fördert den Austausch von Sicherheitsleuten und Polizei: „Dealer und Alkoholtrinker haben in einer publikumsorientierten Innenstadt nichts zu suchen.“

Mit den ersten Erfolgen zufrieden ist Polizeisprecherin Jana Kindt: "Ziel ist eine lebenswerte Innenstadt, in der die Straßenkriminalität zurückgeht."

Seit mehreren Jahren meiden Bürger und gar Familien den attraktive Stadthallenpark.
Seit mehreren Jahren meiden Bürger und gar Familien den attraktive Stadthallenpark.

Es reicht!

Kommentar von Bernd Rippert

Seit Jahren treffen sich Trinker, Junkies und Drogendealer am Stadthallenvorplatz und im Park. Seit Jahren meiden Bürger und gar Familien deshalb diesen attraktiven Ort. Gut, dass die Polizei jetzt mal dazwischen geht.

Es geht nicht um Law-and-order, um eine Politik der harten Hand. Aber die Zustände im Zentrum waren nicht mehr tragbar. Wer hinschaute, konnte es selbst sehen.

Dealer treiben sich im Park vor dem Terminal 3 herum. Natürlich ohne Drogen. Im Bedarfsfall ein kurzer Druck aufs Handy, schon starten Kuriere auf Fahrrädern in den umliegenden Hinterhöfen und bringen den Stoff.

Jetzt kriegen die Drücker Druck. Unangenehm ist auch die Trinkerszene vor der Halle. Ihre Glasscherben gefährden auch spielende Kinder am und im Brunnen.

Es reicht! Gut, dass Polizei, Ordnungsamt und Sicherheitsdienste dazwischen gehen. Wir werden die Probleme so sicher nicht lösen, aber wenigstens aus dem Zentrum verdrängen. Dann beginnt das Spiel von vorne.

Fotos: Uwe Meinhold/Klaus Jedlicka


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