Abriss oder Sanierung? Wie geht es mit der Talsperre Euba weiter?

2013 zeigte das Hochwasser, wie wichtig die stillgelegte Talsperre sein kann - und wie schön.
2013 zeigte das Hochwasser, wie wichtig die stillgelegte Talsperre sein kann - und wie schön.  © Klaus Jedlicka

Chemnitz - Still ruht der See: 2018 geht der zehnjährige Kampf der Bürgerinitiative zur Rettung der Talsperre Euba zu Ende. So oder so. Die Stadt legt vier Varianten vor.

Vom einstigen Naherholungsgebiet Euba ist nur ein Tümpel übrig. Die unter Denkmalschutz stehende Sperrmauer verfällt. Vögel brüten im losen Steinwerk. Bauzäune versperren den Zugang.

Ein Trauerspiel, das auf seinen letzten Akt zugeht.

„Bis Mitte 2018 wird es eine Beschlussvorlage geben“, kündigt Baudezernent Michael Stötzer (44, Grüne) an.

Der Verein „Rettet die Talsperre Euba“ gründete sich 2008, hat rund 500 Mitglieder.

„Wir dachten nicht, dass es so lange bis zur Entscheidung dauert“, so Vorsitzender Mario Gauss (52). „Investoren stehen bereit, aus der Talsperre ein Naturbad zu machen.“

Mario Gauss (52) hofft, dass bald wieder Wasser die Talsperre Euba füllt.
Mario Gauss (52) hofft, dass bald wieder Wasser die Talsperre Euba füllt.  © Klaus Jedlicka

Der Stadtrat muss über vier Varianten entscheiden: Sicherung der Mauer (1,53 Millionen Euro), Teilrückbau (2,1 Millionen Euro), kompletter Abriss (1,8 Millionen Euro) oder Instandsetzung inklusive Stausee (5,7 Millionen Euro). Mario Gauss hofft auf Letzteres.

Doch selbst wenn die Politik die Abrissbirne schwingt:

So einfach ist die Stadt nicht aus dem Schneider. Bei einem Komplettrückbau sei ein „schadloser Hochwasserabfluss für Unterlieger ungeklärt“, so Stötzer.

Mit welcher Wucht die Natur den Talsperrenbach anschwellen lassen kann, zeigte sie 2013. „Da haben viele gestaunt, wie die Talsperre in gefülltem Zustand aussieht“, sagt Mario Gauss.

Er hielt das Hochwasser fest. Was, wenn vor vier Jahren die Staumauer nicht mehr gestanden hätte?


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