Totales Bau-Chaos! 50 Staufallen blockieren Chemnitz

In der Werner-Seelenbinder-Straße wird an der neuen Einbindung der 
Fraunhoferstraße gebaggert.
In der Werner-Seelenbinder-Straße wird an der neuen Einbindung der Fraunhoferstraße gebaggert.  © Sven Gleisberg

Chemnitz - Geduldsprobe im Westen der Stadt: Seit gestern ist die Neefestraße zwischen dem neuen Kreisverkehr und Grüna gesperrt. Wer hier mit Auto oder Bus unterwegs ist, muss auf die Reichenbrander Straße ausweichen und steht bis Siegmar im Dauerstau.

„Im Berufsverkehr kam es auf der Buslinie 41 zu Verspätungen von bis zu 45 Minuten“, muss CVAG-Sprecher Stefan Tschök (60) einräumen. Und die Vollsperrung dauert noch bis Anfang Juni. Bis dahin wird der Kreisverkehr vollendet und die Behelfsstraße zurückgebaut.

Baustellen als Staufallen gibt es derzeit an rund 50 Straßenabschnitten. So wird die Fahrbahn in der Charlottenstraße zwischen Hans-Sachs- und Clausstraße saniert, in der Heinrich-Schütz-Straße werden Leitungen verlegt. Ab nächster Woche ist die Straße der Nationen wegen Gleisbauarbeiten landwärts gesperrt.

Am Mittwoch soll der Stadtrat grünes Licht für weitere Straßenbauvorhaben geben: So soll die Zwickauer Straße in Höhe Lützowstraße saniert werden und ab September an der Stollberger Straße ein Kreisverkehr entstehen. Anwohner sehen die Pläne skeptisch.

Baubürgermeister Michael Stötzer (44, Grüne) versichert dagegen in der Beschlussvorlage, dass der Kreisverkehr „nicht zu einer Erhöhung des bestehenden Schallpegels führen kann“.

Bis Siegmar stauten sich am Montag auf der Zwickauer Straße die Autos. Der Verkehr wurde von der Neefestraße umgeleitet.
Bis Siegmar stauten sich am Montag auf der Zwickauer Straße die Autos. Der Verkehr wurde von der Neefestraße umgeleitet.  © Sven Gleisberg

Langzeit-Baustelle Reitbahnstraße: Erste Ladenchefin gibt auf

Händlerin Ines Bauer (42) kapituliert und schließt ihren Laden nun.
Händlerin Ines Bauer (42) kapituliert und schließt ihren Laden nun.  © Uwe Meinhold

Die Langzeit-Baustelle in der Reitbahnstraße stellt die ansässigen Händler auf die Probe. Die erste Ladenbesitzerin kapituliert jetzt aber: Nudelparadies-Chefin Ines Bauer (42) gibt ihr Geschäft Ende des Monats auf.

„Die Baustelle war einfach das i-Tüpfelchen“, sagt die Unternehmerin. „Letzte Woche musste ich meinen Laden zwei Tage sogar komplett schließen, weil die Arbeiten direkt vor meiner Tür waren. Da kam keiner mehr durch.“

Zwar verstehe sie, dass die Arbeiter ihren Job machen müssen und die Baustelle vorankommen muss. „Dennoch muss man auch die Seite der Händler hier verstehen. Nicht nur ich habe damit gekämpft, auch alle anderen haben weniger Kunden und somit weniger Umsatz.“ Wie es beruflich für sie weitergeht, wisse sie aber noch nicht. „Für eine gute Verkäuferin findet sich sicher etwas.“

Die Ladeninhaber der Reitbahnstraße hadern seit gut einem Jahr mit der Baustelle des Chemnitzer Modells und der Straßenbahntrasse zur Uni.

Am 13. Mai planen sie eine Baustellenparty, um wieder mehr Kunden anzulocken





Seit mehr als einen Jahr laufen die Bauarbeiten in der Reitbahnstraße
Seit mehr als einen Jahr laufen die Bauarbeiten in der Reitbahnstraße  © Sven Gleisberg

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