Stefanie Hertel zu Chemnitz-Vorfällen: "Viele Menschen sind frustriert"

Chemnitz - Immer wieder landete Chemnitz in den vergangenen Monaten in der Schlagzeilen. Oft wegen fremdenfeindlicher Übergriffe, rechter Gewalt und politischen Diskussionen, unter anderem um AFD-Aufmärsche und verschiedensten Demonstrationen.

Die Meldungen über Chemnitz gingen auch an Sängerin Stefanie Hertel nicht spurlos vorbei.
Die Meldungen über Chemnitz gingen auch an Sängerin Stefanie Hertel nicht spurlos vorbei.  © dpa/Sven Gleisberg

Die Meldungen gingen auch an Sängerin und Sachsen-Vorzeigestar Stefanie Hertel (39) nicht spurlos vorbei. Sie äußerte sich jetzt in einem Interview zu den Vorfällen in Chemnitz und stellte klar, dass vor allem als Bühnenmensch seine Plattform nutzen sollte, um sich zu positionieren.

"Ich bin der Meinung, dass man gerade als Künstler politisch Stellung beziehen sollte. Gerade auch weil man durch sein Handeln unglaublich viele Menschen erreicht", sagt sie jüngst dem österreichischen Portal news.at.

Sie selbst hat einen eigenen Verein gegründet, setzt sich für Tiere und sozial schwächer gestellte Menschen ein, engagiert sich seit Jahren auch immer wieder für die Tierschutzorganisation Peta.

"Und ich sage meine Meinung, wenn ich es angebracht finde. So wie vor wenigen Monaten bei den gewaltsamen Übergriffen in Chemnitz", erzählt sie weiter. Sie vermutet, dass viele Menschen in Chemnitz frustriert sind. "Das hat sicherlich auch mit der DDR Vergangenheit zu tun, aber das zu analysieren würde hier zu weit gehen."

Fatal sei aus ihrer Sicht vor allem, dass vieles, das schief geht im Land, auf Menschen geschoben wird, die gar nichts dafür können. "In meinen Augen ist es jedenfalls absolut verkehrt, die Flüchtlinge für Missstände verantwortlich zu machen. Es wird so viel auf jene geschoben, die jetzt nach Deutschland kommen. Das ist keine Lösung."

Die Verfehlungen und Ursachen für die Probleme, die eben auch die Stadt Chemnitz in den vergangenen Monaten immer wieder hatte, sieht Stefanie Hertel viel mehr in der Politik. "Ja, es hat in der Vergangenheit Defizite bei der Flüchtlingspolitik gegeben, es sind Dinge falsch gelaufen, aber wir sind in der Pflicht, den Menschen auf der Welt zu helfen, denen es schlecht geht. Jenen zu helfen, die unter Krieg leiden, die möglicherweise auch unter den Folgen unseres Überflusses leiden. Wir profitieren ja auch von diesen Ländern und Menschen."

Titelfoto: dpa/Sven Gleisberg

Mehr zum Thema Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0