Chemnitz stirbt immer billiger

Es wird mehr gestorben: Die Urnenwand auf dem städtischen Friedhof in der Wartburgstraße ist voll belegt.
Es wird mehr gestorben: Die Urnenwand auf dem städtischen Friedhof in der Wartburgstraße ist voll belegt.  © Maik Börner

Chemnitz - Die Bestattungen nehmen zu: 2015 wurden 2534 Menschen auf städtischen Friedhöfen beigesetzt, über 100 mehr als 2014 (2429). Der Trend geht zur Urne - und ins günstigere Ausland.

"Wir wollen einfach nicht, dass sich Menschen wegen einer Bestattung verschulden müssen. Deshalb bieten wir als Komplettleistung für 1399 Euro eine Urnenbeisetzung in Tschechien an", sagt Olaf Schuster (54), Chef von "Bestattung Bezahlbar" (Elisenstraße 25). Für eine Bestattung in Chemnitz werden mindestens 1900 Euro fällig, knapp die Hälfte sind Stadt-Nutzungsgebühren.

"Bestattung Bezahlbar" beerdigt auf einem Friedhof im 70 Kilometer entfernten Komotau. Mitarbeiterin Kathrin Münch: "Immer mehr Chemnitzer entscheiden sich dafür. Darunter auch einige, die für sich selbst eine günstige Bestattung organisieren und ihre Ersparnisse für andere schöne Dinge des Lebens nutzen."

"Die Kosten für die eigentliche Bestattung haben nicht zugenommen", sagt dazu Oliver Wirthmann (44), Sprecher des Bestatter-Bundesverbandes. "Dabei werden im Osten vor allem Feuerbestattungen durchgeführt", so Wirthmann. Diese sind zwar billiger, führen aber zu Platznot. 

"Unsere Urnenwand auf dem Hauptfriedhof in der Wartburgstraße ist derzeit voll belegt. In Sachsen muss jede Urne mindestens 20 Jahre beigesetzt sein", erläutert der städtische Friedhofsleiter Peter Schubert (62).

Niemand soll sich verschulden: Olaf Schuster(54) bestattet günstig in Tschechien.
Niemand soll sich verschulden: Olaf Schuster(54) bestattet günstig in Tschechien.  © Maik Börner