Notstand! Chemnitz sucht verzweifelt Lehrer

Jörg Heynoldt(53), Leiter der Bildungsagentur. Linken-Fraktions-Chefin Susanne Schaper (38) diskutierte gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Eltern über den Lehrermangel.
Jörg Heynoldt(53), Leiter der Bildungsagentur. Linken-Fraktions-Chefin Susanne Schaper (38) diskutierte gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Eltern über den Lehrermangel.  © Maik Börner

Chemnitz - Zu wenige Bewerber, zu wenig Gehalt, keine Reserven: Chemnitz ist vom Lehrermangel in Sachsen am schlimmsten betroffen. 

Auch Quereinsteiger gehen lieber nach Leipzig oder Dresden.

So gab es etwa auf 229 ausgeschriebene Stellen, im aktuellen Schuljahr nur 219 Bewerbungen. Zum Vergleich: Leipzig hatte 760 Bewerbungen für 300 freie Stellen. 

„Lehrer aus Leipzig wollen nicht nach Chemnitz“, sagt Jörg Heynoldt (53), Leiter der Bildungsagentur auf einer öffentlichen Fraktionssitzung der Linken in der Stadthalle. 

„Uns stehen etwa 6 500 Lehrer zur Verfügung. Wir haben keine Reserven bei Krankheit oder Ausfall. Das bringt uns in Schwierigkeiten.“

Auch der Amtsschimmel ist laut Cornelia Falken (59), bildungspolitische Sprecherin der Linken im Landtag, ein riesiges Problem: „210 Grundschullehrer werden erst Ende September mit dem Studium fertig. Um eingestellt zu werden, hätten sie aber schon am ersten Schultag da sein müssen. 

Dann müssen wir Verwaltungsstrukturen ändern.“ Die Linke-Fraktion will laut Chefin Susanne Schaper (38) künftig noch enger mit Bildungsagentur, Kreiselternrat und Schülerrat zusammenarbeiten, um die Probleme im Schulausschuss zu beraten.


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