Droht Chemnitz wieder das Demo-Chaos?

Chemnitz - Alarm in Chemnitz: In der Stadt drohen erneut gewalttätige Demonstrationen. Neonazi-Gruppen mobilisieren europaweit für den "Tag der deutschen Zukunft" am 1.  Juni. Linke Gruppen rufen im Internet zum massiven Gegenprotest auf.

Hofft auf friedlichen Tag: Robin Rottluff (Linke).
Hofft auf friedlichen Tag: Robin Rottluff (Linke).  © Bernd Rippert

Die Antifa bläst schon jetzt zum Sturm auf Chemnitz. Die "Revolutionäre Aktion Stuttgart" will "Blockieren, Stören, Angreifen" und fordert: "Alle nach Chemnitz." Eine Antifagruppe aus Chemnitz ruft auf einem Foto mit roten Pyrofackeln dazu auf: "Nazis verjagen."

Dem CDU-Stadtratskandidaten und Polizisten Michael Specht (33) wird mulmig: "Ich befürchte Randale von beiden Seiten und sorge mich um die Sicherheit der Stadt. Der Tag zieht die extremsten Kräfte an, doch Gewalt und Randale sind nicht zu tolerieren."

Die Stadtverwaltung sieht den Neonazi-Aufmarsch indes offenbar sehr entspannt. Auf eine detaillierte TAG24-Anfrage von Montag folgte Donnerstag lediglich die knappe Antwort: "Es sind Versammlungen und eine Reihe von Veranstaltungen zum Kindertag angemeldet, für die derzeit der Genehmigungsprozess läuft."

Robin Rottluff (23) von den Linken rechnet mit etwa je 1000 Linken und Rechten am 1. Juni in Chemnitz. Er möchte seinen Beitrag leisten, dass es friedlich bleibt: "Es ist gleichzeitig Kindertag. Das Kulturbündnis Hand in Hand, Bündnis Chemnitz nazifrei und DGB werden ein Konzert am Kopp organisieren und zeigen, dass wir unsere Zukunft nicht den Neonazis überlassen."

Zudem seien Proteste geplant - "friedlich, aber unüberhörbar." Rottluffs Hoffnung: "Auch die politische Mitte muss an dem Tag öffentlich Position beziehen."

Hat Angst um Chemnitz: Michael Specht (CDU).
Hat Angst um Chemnitz: Michael Specht (CDU).  © Maik Börner
Zum Großaufmarsch rufen "Die Rechte", NPD und "autonome Nationalisten" auf.
Zum Großaufmarsch rufen "Die Rechte", NPD und "autonome Nationalisten" auf.  © Uli Deck/dpa
Chemnitz in der Zerreißprobe: 2018 musste die Polizei gewalttätige Demos stoppen.
Chemnitz in der Zerreißprobe: 2018 musste die Polizei gewalttätige Demos stoppen.  © Jan Woitas/dpa

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