Grüne schlagen Alarm: Chemnitz wird immer mehr zugepflastert

Chemnitz - Chemnitz verschwindet: Immer mehr Grund und Boden wird versiegelt. Asphalt und Beton breiten sich aus. Die Grünen wollen dem Flächen-Fraß den Zahn ziehen.

Stadtrat Thomas Lehmann (50, Grüne) fordert einen Stopp beim Flächenverbrauch.
Stadtrat Thomas Lehmann (50, Grüne) fordert einen Stopp beim Flächenverbrauch.  © Uwe Meinhold

Rund 10.000 Quadratmeter sind seit 2008 im Untergrund verschwunden, wurden zugepflastert, zubetoniert, zugebaut. Insgesamt sind laut Baubürgermeister Michael Stötzer (45, Grüne) 1876 Hektar Stadtfläche versiegelt.

Vor zehn Jahren waren es 104 Hektar weniger. Das entspricht etwa zehn Fußballfeldern. Ganz am Verschwinden ist Chemnitz nicht. Gemessen am Stadtgebiet sind nur etwa 8,5 Prozent versiegelt.

Grünen-Stadtrat Thomas Lehmann (50) sieht die Zahlen trotzdem kritisch: "Wir müssen beim Flächenverbrauch einen Stopp einlegen. Wenn wir in Zukunft in einer grünen Stadt leben wollen, brauchen wir Regeln." Wie die aussehen könnten, daran werde gebastelt.

"Wer etwa seine Fläche hinterm Haus zubetoniert anstatt Rasenpflaster zu verlegen, könnte für den Flächenverbrauch auf ein Ausgleichskonto bei der Stadt einzahlen." Die Kommune könnte dann, wenn das Geld reicht, alte Industrieruinen abreißen und die Grundstücke renaturieren.

Brachland gibt es genug. Laut FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung liegen 617 Hektar brach, was elf Prozent der gesamten Siedlungsfläche entspricht.

23 Hektar Gewerbefläche sollen in Rabenstein-Ost entstehen. Bei Anwohnern regt sich Widerstand. Noch ist nichts entschieden.
23 Hektar Gewerbefläche sollen in Rabenstein-Ost entstehen. Bei Anwohnern regt sich Widerstand. Noch ist nichts entschieden.  © Uwe Meinhold