Todkrank! Junger Schäferhund einfach ausgesetzt

Chemnitz - Wie herzlos können Menschen sein? Am Donnerstagmorgen wurde ein junger Schäferhund auf dem Kaßberg gefunden. Dort war er offenbar seit Stunden in der Dunkelheit angebunden.

Stellvertretende Leiterin des Tierschutzvereins Chemnitz und Tierärztin Dr. Anne Schilling (Archivbild).
Stellvertretende Leiterin des Tierschutzvereins Chemnitz und Tierärztin Dr. Anne Schilling (Archivbild).  © Sven Gleisberg

Eine Anwohnerin informierte den Tierschutzverein Chemnitz, aber erst, nachdem sie gewartet hatte, ob der Hund nicht doch wieder abgeholt wird. Das geschah leider nicht und so wurde er ins Tierheim gebracht.

"Bereits am Donnerstag machte der junge Hund einen extrem angeschlagenen Eindruck, hatte enorm Durst, fraß nichts und zeigte dunklen Durchfall", so berichtet der Verein auf Facebook über den traurigen Zustand des Hundes.

Am Freitag dann bekam er aufgrund seines schlechten Zustandes Infusionen und musste mit Medikamenten behandelt werden. Er wollte nichts essen, hatte fast schwarzen Durchfall und massiven Durst. Deshalb wurde das Blut untersucht.

"Das Ergebnis ist niederschmetternd: der junge Rüde hat ein akutes Nierenversagen mit Nierenwerten außerhalb des Messbereichs", so der Verein weiter.

Die Ursache dafür sei laut Tierschutzverein noch nicht bekannt. Bei so jungen Hunden kann es infektiös sein, oder auch die Folge einer Vergiftung. Ebenso kann es leider auch ohne erfindlichen Grund auftreten.

Weitere Untersuchungen müssen abgewartet werden

Im Facebook-Posting kann nur vermutet werden, dass "der arme Hund wegen seines schlechten Zustands ausgesetzt wurde". Vielleicht war den Besitzern die Diagnose bekannt und er wurde deshalb allein zurückgelassen. "In dem Fall ist es eine Frechheit den Hund, aus welchen Gründen auch immer einfach auszusetzen. Sollte das Nierenversagen Folge einer Vergiftung oder Infektion sein, wurde wertvolle Zeit verschenkt und die Prognose extrem verschlechtert ! Bei Nierenversagen ohne ersichtlichen Grund (genetisch veranlagt) ist es ebenso verantwortungslos das Tier seinen schweren Leiden zu überlassen!!!"

Am Dienstag hatte Dobby einen Ultraschall der Nieren und ihm wurde Urin zur weiteren Untersuchung auf Nierenerreger entnommen. Durch die Ultraschalluntersuchung ist eher auf eine Infektion der Nieren durch Erreger zu schließen. Dazu müssen nun die Untersuchungsergebnisse des Urins abgewartet werden.

Der Rüde wird weiterhin intensivmedizinisch durch den Verein versorgt. Allerdings ist aktuell die Prognose, dass der kleine Hund es schafft, leider schlecht. Wie Tierärztin Anne Schilling gegenüber TAG24 mitteilt, müssten sich die Nierenwerte innerhalb einer Woche bis 10 Tagen bessern, damit "Dobby" überleben kann. "Ein Mensch mit diesen Nierenwerten würde ohne Dialyse nicht überleben."

Wer Hinweise zu den Besitzern geben kann oder eventuell gesehen hat, wer "Dobby" angebunden und zurückgelassen hat, wird gebeten, sich direkt an das Tierheim zu wenden.

Update 30.10.

Wie der Tierschutzverein mitteilt, liegt Dobby zur Infusion mittlerweile im Büro oder im Aufenthaltsraum. Am Mittwoch stand die erste Blutkontrolle an.

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