Anklage nach tödlicher Messerattacke erhoben

Chemnitz - Im Fall des getöteten Daniel H. (35) hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz nun Anklage gegen einen Verdächtigen erhoben.

Der Verdächtige Farhad R.A. ist noch immer auf der Flucht.
Der Verdächtige Farhad R.A. ist noch immer auf der Flucht.  © Polizei

Wie die Staatsanwaltschaft Chemnitz mitteilt, wurde gegen den Syrer Alaa S. wegen gemeinschaftlichen Totschlag in Tatmehrheit mit gemeinschaftlichem versuchten Totschlag und gefährlicher Körperverletzung Anklage erhoben.

"Dem Angeschuldigten wird zur Last gelegt, am 26. August 2018 gegen 3.15 Uhr auf der Brückenstraße in Chemnitz im Zuge eines Streits ohne rechtfertigenden Grund mit einem mitgeführten Messer im bewussten und gewollten Handeln mit dem anderweitig Verfolgten, noch flüchtigen irakischen Staatsangehörigen Farhad R. A., der ebenfalls ein Messer mit sich führte, viermal in den Brustbereich und einmal in den Oberarm des Geschädigten Daniel H. und einmal in den Rückenbereich des Geschädigten Dimitri M. eingestochen zu haben", so die Staatsanwaltschaft.

Die mutmaßlichen Täter hätten dabei in Kauf genommen, die beiden Männer tödlich zu verletzen.

Blumen und Kerzen erinnerten am Tatort an die schreckliche Tat.
Blumen und Kerzen erinnerten am Tatort an die schreckliche Tat.

"Der Geschädigte Daniel H. erlitt unter anderem einen Herzstich sowie einen Lungendurchstich und verstarb aufgrund der zugefügten Verletzungen unmittelbar nach der Tat. Der Geschädigte Dimitri M. erlitt eine ca. 3 bis 4 cm tiefe, zumindest potentiell lebensgefährliche Stichverletzung im linken Rückenbereich und musste einige Tage stationär behandelt werden", heißt es in der Mitteilung weiter.

Auch zum Tathergang gibt es nun nähere Informationen: So soll Farhad R.A. zu der Gruppe von Daniel H. gestoßen sein. Beide hätten sich etwas abseits unterhalten und seien dann in Streit geraten. Worum es bei dem Streit ging, ist noch unklar. Während der Auseinandersetzung kam es zu Tätlichkeiten zwischen den beiden Beteiligten und schließlich stürzte Farhad R.A.

Daraufhin soll Alaa S., der bis dahin in einem Imbiss war, auf die Auseinandersetzung aufmerksam geworden und Farhad R.A. zu Hilfe gekommen sein. "Nachdem sich beide kurz unterhalten hatten, traten sie auf den Geschädigten Daniel H. zu und es kam - wahrscheinlich aus Wut wegen der zuvor stattgefundenen tätlichen Auseinandersetzung - zu den in der Anklage geschilderten Handlungen", so die Staatsanwaltschaft.

Das Ermittlungsverfahren gegen Farhad R.A. und einem weiteren Iraker, Yousif A. wurde abgetrennt. Yousif A. wurde bereits im September aus der U-Haft entlassen.

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