Eifersuchts-Drama endet mit Blutbad im Chemnitzer Stadtpark

Chemnitz - Es ging um Liebe, um Freundschaft, um Verrat - jetzt ist endgültig klar, warum Mohammed N. († 21) im September 2017 im Stadtpark sterben musste. Zwei Landsleute haben die Tat am Montag vorm Chemnitzer Landgericht gestanden.

Obaida A. (21, l.) und Abedalmola T. (25) müssen sich seit Montag vorm Chemnitzer Landgericht wegen Totschlags verantworten.
Obaida A. (21, l.) und Abedalmola T. (25) müssen sich seit Montag vorm Chemnitzer Landgericht wegen Totschlags verantworten.  © Haertelpress

Angeklagt sind die syrischen Asylbewerber Obaida A. (21) und Abedalmola T. (25). Der 21-Jährige war seit Monaten mit seiner Landsfrau Ayat M. zusammen. Obaida A. war ihr bester Freund. Diesem verschwieg sie aber die Beziehung zu Mohammed N. und weckte somit Begehrlichkeiten.

Verteidigerin Diana Golbs sprach vor Gericht für ihren Mandanten Obaida A.: "Alle drei kannten sich untereinander. Im Juni 2017 offenbarte sie die heimliche Beziehung. Weil die Frau später Unwahrheiten verbreitete, zerbrach die Freundschaft der beiden Männer."

Im Umfeld galt die Angebetete der beiden Männer als sehr kontaktfreudig und intrigant. Böse Gerüchte über Drogen und Alkohol kamen hinzu - am 10. September 2017 sollte es zur Aussprache im Stadtpark kommen.

Dort begann abends gegen 22 Uhr an einer Parkbank der verhängnisvolle Streit. Diskussionen, wildes Gerangel, schlimme Beleidigungen ("Ich f... Deine Mutter.") - plötzlich stach Abedalmola T. zwei Mal zu.

Der Mann hatte seinen Freund zum Schutz begleitet, sich während des Streits eigentlich im Hintergrund gehalten. Rechtsanwalt Uwe Sabel (61) verteidigt Abedalmola T.: "Es war der schlimmste Fehler seines Lebens, ein unverzeihliches Fehlverhalten. Die Vorwürfe treffen überwiegend zu.

Kripo-Beamte suchten am Tatort akribisch nach Spuren, konnten rund vier Wochen später die Täter verhaften.
Kripo-Beamte suchten am Tatort akribisch nach Spuren, konnten rund vier Wochen später die Täter verhaften.  © Haertelpress

Das Messer hatte der Angreifer nach eigenen Angaben nur zu seinem eigenen Schutz eingepackt. Mohammed N. wurde zwei Mal im Bauch und der Brust getroffen, flüchtete blutend und um Hilfe rufend vom Tatort. Hinter dem Sportcenter verließen ihn aber die Kräfte - er verblutete auf einer Wiese, wurde am nächsten Morgen gefunden.

Die beiden Angreifer wurden vier Wochen später festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Die Tatwaffe, ein Messer mit zehn Zentimetern Klingenlänge, ist bis heute nicht aufgetaucht, obwohl auf der Suche nach ihr sogar ein Teich im Stadtpark abgelassen wurde.

Der Prozess stand unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen, vorm Gerichtssaal war eine zweite Kontrollstelle aufgebaut worden. Offenbar wurde mit rachsüchtigen Angehörigen und Freunden gerechnet - am Ende tauchte aber niemand auf, es gab keine Zwischenfälle.

Den Männern drohen jetzt wegen Totschlags bis zu zehn Jahre Haft, bis Ende Mai sind fünf weitere Verhandlungstage angesetzt.

An dieser Parkbank begann der verhängnisvolle Streit, wenig später war Mohammed N. († 21) tot.
An dieser Parkbank begann der verhängnisvolle Streit, wenig später war Mohammed N. († 21) tot.  © DPA

Titelfoto: Haertelpress


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