Fahren wir bald mit der Straßenbahn ins Erzgebirge?

Chemnitz - 2020 sollen Passagiere in Ostdeutschlands einzigem Tram-Train-System aus dem Chemnitzer Zentrum über Thalheim bis Aue fahren können - ohne Umsteigen.

Ostdeutschlands einziges Tram-Train-System ist ein voller Erfolg: Immer mehr Menschen nutzen die Bahnen des Chemnitzer Modells.
Ostdeutschlands einziges Tram-Train-System ist ein voller Erfolg: Immer mehr Menschen nutzen die Bahnen des Chemnitzer Modells.  © DPA

"Die Hälfte ist fertig", sagt Mathias Korda (40), Leiter Verkehr/Infrastruktur im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS).

Die Ausbaustufe 2 des Chemnitzer Modells (mit ca. 50 km Infrastruktur) kostet rund 80 Mio. Euro. Davon tragen 60 Prozent der Bund, 30 Prozent der Freistaat und zehn Prozent der VMS. 2018 nutzten rund 3,5 Mio. Passagiere die Erfolgskombi aus Straßenbahn und Regiobahn (2017: 2,66 Mio.).

Derzeit werden vier Linien betrieben: Aus der Chemnitzer City geht's bis Stollberg, Burgstädt, Mittweida und Hainichen. Laut VMS wird ein Ballungsraum mit rund 800.000 Menschen erreicht. "So wird die Attraktivität des ländlichen Raumes erhöht", so Korda. "Ich glaube nicht, dass sonst heute noch ein Zug nach Hainichen fahren würde."

Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) bestätigt: "Es wertet unsere Stadt sehr auf. Wir sind damit indirekt ein Vorort der drittgrößten ostdeutschen Stadt."

Auch Limbach-Oberfrohna will von der direkten Anbindung an Chemnitz profitieren, muss aber warten: Für das Mammutprojekt sind 100 Mio. Euro Investitionskosten veranschlagt - frühestens 2025 könnten erste Abschnitte in Betrieb genommen werden.

In den nächsten Jahren sollen weitere Städte ans Netz angeschlossen werden. So werden die Bahnen bald auch bis nach Oelsnitz/Erzg., Annaberg-B. und Olbernhau fahren.

VMS-Verkehrs- und Infrastruktur-Chef Mathias Korda (40).
VMS-Verkehrs- und Infrastruktur-Chef Mathias Korda (40).  © Uwe Meinhold

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