Überall Tests! Ist das Chemnitzer Trinkwasser noch in Ordnung?

Messstelle in Kleinolbersdorf: Die "iNetz"-Spezialisten bereiten sich gerade auf die Tests vor.
Messstelle in Kleinolbersdorf: Die "iNetz"-Spezialisten bereiten sich gerade auf die Tests vor.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Wasser marsch! Versorger "eins" nimmt derzeit das Chemnitzer Trinkwassernetz unter die Lupe.

Spezialisten der Tochterfirma "iNetz" prüfen an 150 Hydranten Wasserdruck, Durchflussmengen und Gesundheits-Zustand der Rohre - sie sind quasi die Kardiologen der Trinkwasserleitungen.

Damit es aus dem Hahn ordentlich fließt, müssen die Leitungen Druck und ausreichend Wasser haben. Heute eine Herausforderung: "Früher waren Leitungen oft überdimensioniert. Außerdem ist der Wasserverbrauch seit der Wende zurückgegangen", sagt "eins"-Sprecher Christian Stelzmann (37).

Gründe: Weniger Industrie, weniger Stadtbewohner. "Seit 2007 ist der jährliche Verbrauch mit rund 10,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser in etwa konstant", so Stelzmann. Das sind 33.000 Kubikmeter pro Tag.

Konzentriert zwischen Wasser und Sonne - "iNetz"-Mitarbeiter Ronny koch (40) überprüft die Wassermengen in Kleinolbersdorf.
Konzentriert zwischen Wasser und Sonne - "iNetz"-Mitarbeiter Ronny koch (40) überprüft die Wassermengen in Kleinolbersdorf.  © Uwe Meinhold

Das frische Nass kommt als Rohwasser über die Erzgebirgs-Talsperren Saidenbach, Neunzehnhain, Eibenstock und Einsiedel in den Chemnitzer Süden. Dort veredelt es das Wasserwerk Einsiedel zu Trinkwasser. Anschließend bringen bis zu 130 Jahre alte und insgesamt 1.500 Kilometer lange Leitungen das gefilterte Wasser in die Haushalte.

Die „eins“-Tests dauern bis Mitte September, die Techniker arbeiten sich von äußeren Stadtteilen wie Euba, Kleinolbersdorf und Altenhain sowie Einsiedel über Adelsberg ins Zentrum vor. "Dabei kann es durch die vermehrte Wasserabgabe kurzzeitig zu Druckschwankungen und vereinzelten, gesundheitlich unbedenklichen Trübungen im Trinkwasser kommen", erklärte „eins“-Sprecher Stelzmann.

Trinkwasserspülungen zur Reinigung alter Leitungen - welche früher vor allem auf dem Kaßberg notwendig waren - sind derzeit nicht geplant.

Wasserspeicher in idyllischer Natur: Über die Talsperre Einsiedel fließt frisches Rohwasser nach Chemnitz. Die Stadt verbraucht täglich 33.000 Kubikmeter.
Wasserspeicher in idyllischer Natur: Über die Talsperre Einsiedel fließt frisches Rohwasser nach Chemnitz. Die Stadt verbraucht täglich 33.000 Kubikmeter.  © Uwe Meinhold

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