TU-Forscher entdecken das neue Chaos

Chemnitz - Chaos-Theorie mal ganz praktisch! Drei Forscher der TU Chemnitz und zwei Kollegen der US-Uni in Maryland arbeiten an einem Thema, das jeder kennt, aber kaum jemand begreift: Komplexe Systeme und nichtlineare Dynamik mit Zeitverzögerung.

Dem Chaos auf der Spur sind die drei TU-Forscher Prof. Günter Radons (M.), Dr. Andreas Otto (l.) und David Müller-Bender.
Dem Chaos auf der Spur sind die drei TU-Forscher Prof. Günter Radons (M.), Dr. Andreas Otto (l.) und David Müller-Bender.  © Jacob Müller

Jetzt gelang den genialen Physikern der Durchbruch.

David Müller-Bender (29) von der Uni Chemnitz erklärt das Prinzip: "Wenn man unter der Dusche steht und den Temperaturregler dreht, dauert es einen Moment, bis die neue Temperatur auf die Haut trifft. Je länger der Duschschlauch, desto größer die Verzögerung."

Diesen Effekt machen sich das Expertenteam um Prof. Günter Radons, Dr. Andreas Otto und David Müller-Bender sowie die US-Kollegen zunutze, wenn sie die Wirkung von Laserstrahlen erforschen: Dabei verzögern sie den Lichtstrahl in einem Glasfaserkabel und schicken das Laserlicht durch Schaltkreise.

Das Ergebnis wurde nun theoretisch berechnet und praktisch tatsächlich nachgewiesen: "Die Leuchtstärke des Lasers ändert sich am verzögerten Ausgang chaotisch", sagt Müller-Bender.

Diese neu entdeckte Form von Chaos - letztlich ein Signal - ist wichtig für moderne Informationstechnologien (z. B. den Bau moderner Computer, Stichwort "Künstliche Intelligenz"), weil es beispielsweise neue Ansätze in der Verschlüsselung ermöglichen oder bei der Entwicklung von Glasfaserkabeln helfen kann.

Titelfoto: Jacob Müller

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