Weniger Studenten in Chemnitz: Sind die rechten Randale schuld?

Chemnitz - Die rassistischen Ausschreitungen vom August 2018 machen der Uni noch immer schwer zu schaffen. Die TU Chemnitz muss um ihre Erstsemester kämpfen. Immer weniger Studienanfänger entscheiden sich für ein Studium in der Stadt.

TU-Sprecher Matthias Fejes glaubt, die Gründe für die sinkenden Studi-Zahlen in Chemnitz zu kennen.
TU-Sprecher Matthias Fejes glaubt, die Gründe für die sinkenden Studi-Zahlen in Chemnitz zu kennen.  © Lili Hofmann/TU Chemnitz

Im Wintersemester 2019/20 hatten sich an der TU Chemnitz 2145 Erstsemester eingeschrieben, im Jahr 2018 waren es noch 2660. "Das liegt zum einen an den Zulassungsbeschränkungen, die wir Ende 2016 einführen mussten", erklärt Uni-Sprecher Matthias Fejes. "Inzwischen wurden diese zwar aufgehoben, aber wir spüren noch die Folgen."

Das größere Problem: Die fremdenfeindlichen Übergriffe im Sommer 2018 beschädigen noch heute den Ruf der Stadt. "Das hat möglicherweise Einfluss auf die Wahrnehmung potenzieller Studierender", so Fejes weiter.

Die Studenten der Wirtschaftswissenschaft Roman Berg (24) und Alfred Wolf (20) sehen das anders: "Die Vorfälle spielen für uns keine Rolle." Vielmehr sei Chemnitz schlicht nicht so attraktiv wie andere Großstädte. "Hier wird einfach nicht für junge Leute gesorgt", sagt Alfred.

Derweil versucht die TU mit verschiedenen Maßnahmen, das Ansehen der Stadt aufzubessern. Sie positioniert sich klar als weltoffene und tolerante Hochschule, unter anderem mit der Kampagne #wirsindchemnitz.

Ein Fünftel weniger Studienanfänger: Die TU Chemnitz muss um ihre "Erstis" kämpfen.
Ein Fünftel weniger Studienanfänger: Die TU Chemnitz muss um ihre "Erstis" kämpfen.  © Ralph Kunz

Titelfoto: Ralph Kunz

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