Diese sächsische Uni ist bei UN-Simulation in New York dabei

Bundesflaggen wehen vor dem UN-Gebäude in New York.
Bundesflaggen wehen vor dem UN-Gebäude in New York.  © DPA

New York/Chemnitz - Mehr als 5.000 Studenten aus 41 Staaten simulieren ab Samstag vier Tage lang die Arbeit der Vereinten Nationen.

Mit dabei in New York sind auch zwölf Studenten aus Chemnitz. Die Technische Universität ist die einzige sächsische Hochschule, die eine Delegation zur weltweit größten und ältesten Simulation dieser Art schickt, sagte Projektleiter Jakob Landwehr der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld.

Die Delegationen aus aller Welt präsentieren dabei je einen der 193 Mitgliedsstaaten der UN-Vollversammlung und debattieren über aktuelle Herausforderungen der Weltpolitik. Weil das niemand aus dem Ärmel schüttelt, wird die Konferenz mit dem Titel "National Model United Nations" aufwendig vorbereitet. "Wir haben uns seit Mitte Oktober einmal in der Woche für je etwa drei Stunden getroffen", erläutert der TU-Mitarbeiter an der Professur für Internationale Politik. In diesem Jahr - die TU ist bereits zum 13. Mal dabei - vertreten die sieben jungen Frauen und fünf jungen Männer aus Sachsen die Zentralafrikanische Republik.

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Die Delegierten im Alter zwischen 21 und 29 Jahren haben sich zuvor in die Konferenzabläufe eingearbeitet, das freie Sprechen und das richtige Diplomaten-Englisch geübt sowie "ihr" Land erkundet.

"Zudem gibt es einen Einblick in Verhandlungsstrategien und Verhandlungsführung, Aufbau, Funktionsweise und Arbeit der Vereinten Nationen", ergänzt Landwehr. Um vor Ort bei Botschaften und Think Tanks noch mehr über das afrikanische Land zu erfahren, sind die Chemnitzer bereits seit vergangenem Wochenende in New York.

Die Studenten kommen aus zehn unterschiedlichen Studiengängen. Unter ihnen sind Politikwissenschaftler, aber auch angehende Psychologen oder Pädagogen sowie Wirtschaftsingenieure. Sie alle machen freiwillig und außerhalb des Studiums mit. Spannend sei es vor allem, sich in die Menschen eines völlig anderen Landes hineinzuversetzen, sagt Landwehr. "Dabei werden Standpunkte vertreten, die oft nicht den eigenen moralischen Vorstellungen entsprechen." Dies eröffne eine neue Sicht auf internationale Probleme.

Neben der TU Chemnitz sind aus Ostdeutschland noch die Freie Universität Berlin sowie die Universitäten Magdeburg, Erfurt und Greifswald vertreten. Sie repräsentieren unter anderem Länder wie Indien, Israel, Jamaika oder Malta.

Insgesamt nehmen rund 35 deutsche Hochschulen an der Simulation teil, die die jungen Menschen zum kritischen Denken anregen und ihre diplomatischen Fähigkeiten fördern möchte. Die Wurzeln der Konferenz reichen bis 1927 zurück.

Titelfoto: DPA


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