Umweltgifte in Wasserproben nachgewiesen

Grünen-Stadträtin Meike Roden (26) hält Wasserproben auch in stehenden Gewässern wie dem Schlossteich für 
nötig.
Grünen-Stadträtin Meike Roden (26) hält Wasserproben auch in stehenden Gewässern wie dem Schlossteich für nötig.  © Maik Börner

Chemnitz - Ein Blick in die Chemnitz könnte am "Tag der Flüsse" ein Grund zur Freude sein: Statt stinkend-schäumender Brühe plätschert klares Wasser im Flussbett, Angler freuen sich auf die Rückkehr der Lachse. Doch die Sauberkeit trügt.

Wasserproben bescheinigen der Chemnitz nach wie vor einen schlechten Zustand - genauso wie den meisten Bächen der Stadt. Die Grenzwerte der Umweltnorm für Quecksilber, Arsen, Phosphor, Ammonium- und Nitrit-Stickstoff werden in der Chemnitz „regelmäßig überschritten“. Das teilte Umweltbürgermeister Miko Runkel (56, parteilos) auf Anfrage von Stadträtin Meike Roden (26, Grüne) mit.

Ein ganzer Cocktail aus Schmerzmitteln, Antibiotika und Pflanzenschutzmitteln wird in den monatlich genommenen Wasserproben durch das Landesamt für Umwelt an der Messstelle Glösa nachgewiesen. Auch Kappel-, Wiesen-, Pleißen- und Eubaer Bach sind laut Stadt in einem "schlechten chemischen Zustand". Die Bewertung "gut" gibt es nur für Gablenz- und Schwarzbach. Stehende Gewässer werden nicht untersucht.

Für Stadträtin Roden unverständlich: "Es gibt gute Gründe, über die Gewässerqualität Bescheid zu wissen. Der Stausee Rabenstein ist ein Badegewässer, im Knappteich schwimmen Fische, die gegessen werden, und am Schlossteich starben aus unbekannter Ursache kürzlich Schwäne."

Mit dem Problem zunehmender Arzneimittel-Belastung in der Chemnitz befassen sich Forscher der TU Dresden seit 2016 in der Kläranlage Heinersdorf. Das Projekt soll bis 2018 klären, ob eine 4. Reinigungsstufe für die Kläranlage gebaut werden muss.

Beim 2. sächsischen "Tag des Wassers" nehmen am Freitag rund 200 Schüler die Wasserqualität der Chemnitz unter die Lupe.

Die Chemnitz ist ein bei Anglern beliebtes Fischgewässer.
Die Chemnitz ist ein bei Anglern beliebtes Fischgewässer.  © Uwe Meinhold
In den Abwässern, die in der Kläranlage Heinersdorf gereinigt werden, finden 
sich viele Arzneimittelrückstände.
In den Abwässern, die in der Kläranlage Heinersdorf gereinigt werden, finden sich viele Arzneimittelrückstände.  © Sven Gleisberg
Schmerzmittel, Antibiotika und Hormone werden noch nicht aus dem Abwasser 
entfernt.
Schmerzmittel, Antibiotika und Hormone werden noch nicht aus dem Abwasser entfernt.  © jordachelr/123RF

Titelfoto: Maik Börner


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